Fraktionssitzung mit Mediator Gordan Dudas

Heute fällt die Entscheidung: Ist die SPD zu retten?

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Die SPD-Fraktion – hier während der jüngsten Ratssitzung – ist gespalten. Heute steht die Frage im Raum, wie es weitergehen kann.

Nachrodt-Wiblingwerde - Heute fällt die Entscheidung: Ist die SPD in Nachrodt-Wiblingwerde noch zu retten? Wie das AK berichtete, gibt es eine Spaltung der Fraktion.

Susanne Jakoby, Gerd Schröder, Matthias Lohmann und Birgit Hirt auf der einen Seite – Christian Pohlmann, Aykut Aggül, Rita Joergens und Kadir Kelpetin auf der anderen Seite können nicht mehr gut, so gar nicht gut miteinander arbeiten. Doch die Hoffnung, dass sich der Scherbenhaufen kitten lässt, ist augenscheinlich bei allen Beteiligten groß.

„Aus dieser gespaltenen Fraktion gehe ich ‘raus“, hatte die Fraktionsvorsitzende Susanne Jakoby vor einigen Tagen im AK-Gespräch gesagt, und von Misstrauen und Vorwürfen berichtet. Doch zwölf Jahre Arbeit wirft man nicht einfach hin. Und so setzt auch Susanne Jakoby Hoffnungen auf das heutige Treffen aller Fraktionsmitglieder, bei dem Gordan Dudas, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Märkischer Kreis, als Mediator, vielleicht als Vermittler fungieren kann.

„Ich verspreche mir davon, dass wir ins Gespräch kommen und die verhärteten Fronten aufgelöst werden. Jeder sollte sich fragen, was das Ziel ist. Und ich hoffe, wir finden einen Weg, der für alle gangbar ist, mit dem alle leben können“, sagt Susanne Jakoby. Für Gerd Schröder ist das Ergebnis „völlig offen“. Er wünscht sich, dass die Fraktion, so wie sie ist, erhalten bleibt. Und Matthias Lohmann ergänzt: „Man darf nicht mit vorgefertigten Meinungen in dieses Gespräch ‘reingehen. Das ist nicht Sinn der Sache.“

Tiefgreifende Veränderungen wird es so oder so geben. Geben müssen. Denn dass sich die Situation einfach so „bekrabbelt“, glaubt Christian Pohlmann nicht, wohl hat er aber auch den Wunsch, dass es vernünftig weitergehen kann. „Wir müssen uns einig werden“, so Pohlmann. Und auch Aykut Aggül sagt:

„Ich wünsche mir, dass wir eine Einigkeit herstellen, und dass die laufende Arbeit weitergeführt werden kann. Die SPD braucht frischen Wind, Änderungen müssen auf jeden Fall kommen. Und ich hoffe, dass wir aus den Fehlern für die Zukunft lernen, in allen Bereichen und jeder.“

Ein fast Außenstehender ist mitten im SPD-Dilemma Ronny Sachse. Er ist kein Ratsmitglied, aber stellvertretender Parteivorsitzender und sachkundiger Bürger. „Ich finde es immer schlimm, wenn sich Leute streiten, und versuche Lösungen zu finden“, so Sachse. „Wir müssen uns mit der politischen Arbeit beschäftigen und weniger mit uns selbst“, findet der Sozialdemokrat und Vorsitzender des Kulturschocks. Er hofft, dass sich die Probleme heute ausräumen lassen, „wenn es sicherlich auch nicht ganz einfach wird. Aber es wäre doch sehr schade, wenn die SPD den Bach runtergehen würde. Es gibt so viele Sachen, die für Nachrodt-Wiblingwerde gemacht werden müssen. Mehr Ideenfindung ist gefragt und der Wettbewerb zwischen den Parteien ist gut für den Ort.“

Es könne auch keine SPD 1 und SPD 2 geben, „da würde der Unterbezirk rebellieren. Es gibt eine SPD und wir müssen eine Lösung finden. Jeder muss kompromissfähig und kritikfähig sein und über seinen Schatten springen. Man muss auf den anderen zugehen. Wir sollten auch an die nächste Kommunalwahl denken. Und der laufende Politikbetrieb muss ordentlich gemacht werden. Wenn die Leute wissen, dass die SPD zerstritten ist, dann möchte auch keiner mehr mitmachen“, appelliert Ronny Sachse an die Fraktion, guten Mutes in die heutige Sitzung zu gehen.

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