Sozialstunden für 19-jährigen Schläger

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war, wurde ein Jugendlicher Opfer einer Gewalttat. Der Täter wurde aber erwischt und musste sich gestern vor dem Altenaer Amtsgericht verantworten. Wie sich herausstellte, hatte der 19-jährige gleich noch eine Klage am Hals, die in diesem Zuge gleich mitverhandelt wurde.

Im August soll der Angeklagte am Bahnübergang Einsal ohne Vorwarnung auf sein Opfer eingeschlagen haben. Der Jugendliche erlitt Prellungen an Kopf, Hals und Schulter. Erst als ein Passant auf die Tat aufmerksam wurde, ließ der Täter von dem Jugendlichen ab. Zwei Monate später, im Oktober, schlug der Nachrodter erneut zu. Diesmal kam es auf der Hagener Straße, in der Nähe des Jugendzentrums zum Übergriff. Der Anklagte soll einen weiteren Jugendlichen abermals ohne erkennbaren Grund mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, so dass unter anderem des Opfers Brille zerbrach.

Beide Male will sich der Täter provoziert gefühlt haben. „Bei der ersten Tat handelte es sich um eine Verwechslung“, so der Nachrodter. Er sei zuvor telefonisch bedroht worden. Dabei habe es sich um einen Streit mit seiner damaligen Freundin gehandelt. Als er dann in Einsal auf das Opfer traf, habe er zugeschlagen, da er einen Angriff fürchtete. „Das war falsch, ich kannte den gar nicht. Aber ich war so betrunken, dass es zu der Verwechslung kam“, gab der 19-jährige zu und entschuldigte sich bei seinem Opfer.

Auch bei der zweiten Tat sei Alkohol im Spiel gewesen. Vor dem Jugendzentrum sei er mit Jugendlichen ins Gespräch gekommen, es kam zu einer Auseinandersetzung. „Ich bin dann gegangen“, erzählte der Angeklagte. Die drei anderen seien ihm daraufhin gefolgt. Dadurch habe er sich bedroht gefühlt und zugeschlagen. „Allerdings nur ein einziges Mal“, betonte er. Und gab auch hier ein Schuldeingeständnis: „Ich weiß, dass war eine schlechte Entscheidung.“

Bei beiden Taten

Alkohol im Spiel

Der Nachrodter war bereits ein paar Mal aufgefallen. Unter anderem wegen Diebstahls und Fahrens unter Alkoholeinfluss. Auffällig sei, dass der Nachrodter stets unter Alkoholeinfluss seine Taten begehe. Aus dem Bericht der Jugendgerichtshilfe ging hervor, dass der junge Mann aus einem schwierigen sozialen Umfeld komme und auf Grund seiner Entwicklung nach Jugendstrafrecht verurteilt werden sollte. Dabei seien Sozialstunden wenig hilfreich, viel mehr brauche er eine intensive Betreuung.

„Eine Betreuung allein reicht nicht. Er schlägt völlig grundlos einfach drauf los. Ich plädiere außerdem für Sozialstunden“, erklärte Staatsanwalt Reinhard Rolfes. So kam es dann auch: Sechs Monate Betreuung durch die Jugendgerichtshilfe, sowie 80 Sozialstunden, lautete das Urteil. ▪ lm

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