Feuerwehr strebt 24-Stunden-Szenario an

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Die Freiwillige Feuerwehr plant für den Sommer eine groß anlegte 24-Stunden-Übung. Sie soll der Vorbereitung auf Naturkatastrophen oder Großschadensereignisse dienen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Gefährliche und skurrile, aber auch lustige Einsätze lockten die Feuerwehr im vergangenen Jahr vor die Tür. Einen brennenden Bahndamm, eine Schlange im Garten und auch einen Heiratsantrag von der Drehleiter aus zählte Wehrleiter Michael Kling in seiner Bilanz während der Jahresdienstbesprechung auf.

Um in Zukunft für mögliche Großeinsätze besser gewappnet zu sein, hat sich die Feuerwehr etwas Besonderes einfallen lassen: Im Sommer will der Stab für außergewöhnliche Einsätze ein 24-Stunden-Szenario auf die Beine stellen. Alle Einsatzkräfte werden dann im Einsatz sein, um sich mit praktischen Übungen auf Umweltkatastrophen oder Großunglücke vorzubereiten. Neben den verfügbaren Unterkünften werden zusätzlich Zelte aufgebaut, Verpflegungsstationen eingerichtet und Menschen nach berechnetem 24-Stunden-Kalorienbedarf versorgt.

Während die Feuerwehr im vergangenen Jahr 18 Brandsicherheitswachen bei großen Veranstaltungen durchführte, gestaltet sie also mit der 24-Stunden-Übung im Sommer ihre eigene Großveranstaltung. „Kyrill hat uns gelehrt, dass wir lange Zeit die Ausbildung auf dem Gebiet großer Notfälle vernachlässigt haben“, erläuterte Gemeindebrandinspektor Michael Kling bei der Jahresdienstbesprechung im Schlosshotel Holzrichter das Anliegen der 24-Stunden-Übung. Der Stab außergewöhnliche Einsätze habe sich neu aufgestellt und sich verstärkt auf die örtlichen Gegebenheiten konzentriert.

Doch auch im vergangenen Jahr haben die Floriansjünger außerhalb der Einsätze keineswegs auf der faulen Haut gelegen. Tolle Übungsgelegenheiten boten sich ihnen im leerstehenden Pertheshaus in der Bachstraße, wo über mehrere Etagen hinweg starke Szenarien durchgespielt werden konnten. Fortgebildet haben sich die Wehrleute 2012 unter anderem im Brandhaus Lemgo, an der Motorsäge, im Atemschutzeinsatz und an der Drehleiter. Für letztgenannte Fortbildung stand der Feuerwehr die Iveco Magirus Fire Fighter Academy zur Verfügung.

Insgesamt investierten die Feuerwehrkameraden im vergangenen Jahr 2113 Stunden in Fortbildung und opferten dafür 301 Urlaubstage. Laut Dienstplan wurden außerdem 2300 Stunden in den Dienst der Allgemeinheit gestellt.

Alle Einheiten werden sich beim Leistungsnachweis der Feuerwehren am 11. Mai in Altena präsentieren. Investiert werden soll in diesem Jahr in Digitalfunkgeräte, Uniformen, Schutzkleidung und Chemieschutzanzüge.

Am Rande ging Kling auf humorvolle Art auf die Kostenfrage ein: Die viel zitierte „Löschkuh“ sei kein adäquater Ersatz für einen echten Menschen: Während ihre Jahreskosten bei rund 500 Euro lägen, koste ein Feuerwehrmann nur 233,34 Euro. Von eben diesen echten Menschen will die Wehr mehr haben: Der Arbeitskreis Marketing strebt eine persönliche Ansprache durch Hausbesuche an, um ihre Einsatzeinheiten zu verstärken. ▪ Ina Hornemann

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