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So sollen die Waldwege im Kreis wiederhergestellt werden

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Von: Lydia Schmitz-Machelett

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Der Waldweg am „schiefen Kukuk“ ist einer von vielen im gesamten Kreisgebiet, die durch den Starkregen im vergangenen Sommer zerstört wurde. Wie der Wiederaufbau erfolgen soll, stellten jetzt (von links) Jörn Hevendehl, Christof Schäfer, Christian Hülle und Simon Buschhaus vor.
Der Waldweg am „schiefen Kukuk“ ist einer von vielen im gesamten Kreisgebiet, die durch den Starkregen im vergangenen Sommer zerstört wurde. Wie der Wiederaufbau erfolgen soll, stellten jetzt (von links) Jörn Hevendehl, Christof Schäfer, Christian Hülle und Simon Buschhaus vor. © Machelett, Lydia

Ziemlich genau vor einem Jahr zog Tief „Bernd“ mit Starkregen über den Kreis. Die Schäden, die die Wassermassen anrichteten sind noch heute an vielen Stellen allgegenwärtig. Insbesondere in den Wäldern gibt es noch viele Wege, die unpassierbar – und sogar lebensgefährlich – sind. Das soll sich nun ändern.

Märkischer Kreis ‒ „Mit der Neufassung der Förderrichtlinie Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen werden nun die Aufwendungen zur Reparatur der flutgeschädigten Waldwege im Märkischen Kreis zu 100 Prozent durch das Land NRW finanziert“, erklärte Forstamtsleiter Jörn Hevendehl. Gemeinsam mit Förster Christof Schäfer und dem Forstbetriebsgemeinschafts Vorsitzenden Christian Hülle aus Nachrodt-Wiblingwerde sowie Simon Buschhaus besuchte er einen Waldweg zwischen Wiblingwerde und dem Lasbecker Steinbruch – den hat es übel erwischt.

Genau dort kommt zukünftig Simon Buschhaus ins Spiel. Er ist der neue Projektleiter für den Wiederaufbau der Waldwege im Märkischen Kreis nach der Katastrophe. Allein in der kleinen Doppelgemeinde müssen 11,5 Kilometer Waldwege noch instandgesetzt werden. Ein großes Projekt, das mehr als eine Million Euro verschlingen wird – kreisweit sind es mehr als 150 Kilometer Wege. Umso erleichterter sind die Waldbesitzer, dass die Kosten und die Arbeiten nun übernommen werden. „Die meisten Wege befinden sich in privatem Eigentum. Die Waldbesitzer sind durch den Borkenkäfer stark getroffen. Für sie wäre die Finanzierung des Wegebaus teilweise ein absolutes Ding der Unmöglichkeit“, berichtet Christof Schäfer.

Und die Zeit drängt. Der Hochsommer und damit die Waldbrandgefahr sind im Anmarsch. „Die Hälfte des Märkischen Kreises ist mit Wäldern bedeckt. Um den Wald schützen zu können, ist die Vorhaltung eines intakten Wegesystems die Grundvoraussetzung, damit die Einsatzkräfte den Brandherd schnell erreichen können“, erklärt Jörn Hevendehl.

Doch wie läuft das Ganze jetzt genau ab? „Das ist etwas kompliziert“, sagt der Forstamtsleiter. Die Schäden wurden unmittelbar nach der Flut bereits durch die Förster in den jeweiligen Kommunen erfasst. So ist sichergestellt, dass sich auch niemand Gelder aus dem Fördertopf erschleicht, dessen Schäden gar nicht von der Flut stammen. Einige Wege wurden zudem mit den Soforthilfen bereits provisorisch instand gesetzt, um die Infrastruktur zu gewährleisten. Diese Wege müssen trotzdem noch einmal gründlich überarbeitet werden, denn bei der nächsten Flut sähe alles wieder genauso aus. Aktuell sei das Forstamt dabei, die Kosten für die Instandsetzung zu ermitteln.

Koordiniert wird das Ganze von Simon Buschhaus. Er ist quasi das kreisweite Bindeglied zwischen Förstern, Forstamt und Kommunen. „Ich werde mich zeitnah an die betroffenen Kommunen im Kreis wenden, um die Waldwege in die kommunalen Wiederaufbaupläne aufzunehmen.“ Denn – und genau dort liegt der Haken – die Gelder können nur durch die Kommunen selbst beantragt werden. Nicht durch Waldbesitzer oder Forstamt. „Die Förster liefern der jeweiligen Kommune die Bauplanung und kontrollieren die sachgerechte Ausführung der Instandsetzungsarbeiten“, erklärt Simon Buschhaus.

Derzeit wird erst einmal eine Priorisierung vorgenommen. Der Weg Richtung Lasbeck steht ganz weit oben. Er ist nicht befahrbar für Rettungsfahrzeuge und auch für Spaziergänger und Radfahrer gefährlich. Mit der einfachen Wiederherstellung der Wege sei es aber nicht getan. Viel mehr müsse ein Umdenken erfolgen. „Würden wir die Wege einfach wieder herrichten, sähen sie bei der nächsten Flut wieder so aus. Gleichzeitig besteht das Problem, dass wir eigentlich zu wenig Wasser für die Bäume haben“, erklärt Christof Schäfer die Problematik. So beginne der Hochwasserschutz auf den Bergkuppen. Es sei wichtig, möglichst viel Wasser in den Waldflächen zu halten. Die Wasserableitung von den Wegen in die Waldflächen rücke daher in den Mittelpunkt. Allerdings sind die Probleme im Kreis sehr unterschiedlich. Besonders stark hat es Nachrodt-Wiblingwerde, Altena und Schalksmühle getroffen. „Das liegt natürlich auch an der Topografie. Das Gelände ist hier viel schroffer und steiler als beispielsweise in Balve oder Neuenrade. Die steilen Hänge haben wie ein Trichter das Wasser gesammelt“, erklärt Projektleiter Buschhaus.

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