Jugendtreff Wiblingwerde ab sofort geschlossen

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Im September 2011 hat der Jugendtreff noch sein 20-jähriges Bestehen gefeiert, jetzt können sich Renate Richwien (r.) und ihr Kollege Joachim Struwe (l.) ganz auf den Bereich Nachrodt konzentrieren.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das Jugendzentrum hat die Reißleine gezogen: Wegen ständig sinkender Besucherzahlen ist der Jugendtreff Wiblingwerde ab sofort geschlossen. Das teilte JZ-Leiterin Renate Richwien mit und erläuterte die Hintergründe.

Das Interesse an dem wöchentlichen Jugendtreff in Wiblingwerde gehe schon seit geraumer Zeit zurück, stellte Richwien fest. Die jungen Leute träfen sich dort lieber an den so genannten informellen Treffpunkten, zum Beispiel in einem ausrangierten Bauwagen oder an anderen Stellen. „Das geschieht wohl auch ganz bewusst, um sich der Kontrolle der Erwachsenen zu entziehen“, vermutet Richwien. Hinzu komme, dass die Halfpipe vor dem Jugendraum, die immer ein Anziehungspunkt gewesen sei, nun schon seit längerem beschädigt sei und gesperrt werden musste.

„Wir haben die Jugendlichen auch per Aushang auf die Situation aufmerksam gemacht und ihnen eine Schonfrist eingeräumt. Sie hatten also die Chance, die Schließung des Jugendtreffs zu verhindern“, versicherte die JZ-Leiterin, sich die Entscheidung nicht leicht gemacht zu haben. Letztlich habe sie aber erkennen müssen, dass ihre und die Arbeitskraft ihres Kollegen Joachim Struwe im Jugendzentrum Nachrodter Kurve besser eingesetzt werden könne.

Der einen Leid, der anderen Freud: „In Nachrodt können wir die Unterstützung durch einen Mann sehr gut gebrauchen“, so Richwien mit Blick auf die dortige Besucherstruktur. Auch konnten durch die Schließung des Standorts Wiblingwerde die Öffnungszeiten in Nachrodt ausgeweitet werden. Dort öffnet das Jugendzentrum nun montags, dienstags, donnerstags und freitags eine Stunde früher, also schon um 14 Uhr; mittwochs wurde die Öffnungszeit sogar um insgesamt drei Stunden auf 14 bis 21 Uhr ausgedehnt. Diese zeitliche Ausweitung geht auch einher mit neuen Angeboten wie einer Boys' Group oder einem Mädchencafé. „Wir müssen jetzt einmal abwarten, wie das angenommen wird“, ist Renate Richwien gespannt darauf, wie die Jugendlichen auf die Veränderungen reagieren. ▪ Volker Griese

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