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Hausverwaltung aufgetaucht

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Das Nachrodter Feld ist heute eine in vielen Bereichen unansehnliche Siedlung.
Das Nachrodter Feld ist heute eine in vielen Bereichen unansehnliche Siedlung. © Fischer-Bolz, Susanne

Ist es ein kluger Schachzug von Caesar Immobilien? Bei den Stadtwerken Iserlohn hat sich eine neue Verwaltung für die Häuser am Nachrodter Feld gemeldet und um die Aufstellung aller offenen Posten gebeten. Das Drama für die Mieter geht also in eine neue Runde. Für sie ist Rechtsanwalt Armin Speckmann der Fels in der Brandung.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es ist die Spree Management GmbH. „Sie möchte zahlen“, sagt Peter Grabowsky, Leiter des Vertriebs bei den Stadtwerken. Der Besitzer der Wohnungen, die Caesar JV Immobilienbesitz GmbH, hatte nach Angaben des Versorgers die Nebenkosten seit Monaten nicht beglichen, sodass jetzt das Unheil drohte: Am 11. Juli sollte das Wasser in allen Häusern abgestellt werden (wir berichteten). Dies konnte ein Mann verhindern: Rechtsanwalt Armin Speckmann. Er ist im Moment der Fels in der Brandung für die verzweifelten Mieter. Er richtete ein Treuhandkonto ein, auf dem nun alle Zahlungen der Mieter eingehen und von dem alle ausstehenden Rechnungen bezahlt werden. Nun die neue Entwicklung.

„Weitere Recherchen“

„Wir sind mit Herrn Speckmann im Austausch und unterstützen ihn, wo es geht“, sagt Peter Grabowsky. Den Stadtwerken kann es eigentlich egal sein, wer die Rechnungen begleicht, der Rechtsanwalt vom Treuhandkonto oder die neue Verwaltung. Nur: Kann es den Mietern auch egal sein? Fakt ist: Alle Mieter, die bei der Versammlung in der Grundschule dabei waren, haben sich für das Treuhandkonto entschieden. „Es sind jetzt 55. Es scheint sich herumzusprechen und auch diejenigen zu motivieren, die bis jetzt zögerlich waren“, sagt Armin Speckmann. Durch weitere Recherchen, so sagt er, habe man den Geschäftsführer von Caesar ausfindig gemacht. „Er ist tatsächlich melderechtlich erfasst. Ich habe eine Anschrift in einer Berliner Kleingartenanlage.“ Dorthin hat Armin Speckmann Post geschickt.

Anfragen der Redaktion blieben bisher unbeantwortet

„Ich habe ihm mitgeteilt, dass alle von mir vertretenden Mieter in Zukunft keine Miete mehr an die Gesellschaft zahlen, sondern auf ein Treuhandkonto und dass von dort aus die Verbrauchskosten getragen werden. Darüber hinaus hab ich ihn auf die Strafbarkeit einer Insolvenzverschleppung hingewiesen.“ Dass sich nun eine Verwaltung bei den Stadtwerken Iserlohn gemeldet hat, könnte eine Reaktion darauf sein. Besagte Verwaltung ist allerdings die Spree Management GmbH, die nach Angaben des Portals North Data, das Wirtschaftsinformationen veröffentlicht, zum Netzwerk von Caesar und letztlich über die Cato Immobilienbesitz auch zu Adler gehört. Der Geschäftsführer von Caesar war beim Spree Management bis 2021 ebenfalls Geschäftsführer. Anfragen der Redaktion dort blieben bisher unbeantwortet.

„Es stinkt zum Himmel“

Die Spree Management GmbH hat angeblich schon mitgeteilt, dass sie nur kurzfristig eingesetzt sei und dann wahrscheinlich die O.K. Haus- und Immobilienverwaltung GmbH übernehme. „Das ganze stinkt zum Himmel“, findet Rechtsanwalt Armin Speckmann, während die Mieter vom Nachrodter Feld augenscheinlich froh sind, einen Anwalt an ihrer Seite zu haben. Ihre vielen Anliegen landen in seinem Büro.

„Konstrukt kippt“

In einem Haus war ein Wasserschaden und Armin Speckmann organisierte einen Klempner. „Das ist keine Dauerlösung“, meint der Rechtsanwalt und ergänzt: „Es gibt Anhaltspunkte, dass das Konstrukt rund um Caesar zeitnah umkippt und dann ein Insolvenzverwalter kommt.“

Hilfe für Mieter versprochen

Doch zurück zu den offenen Nebenkostenrechnungen: Möglich wäre es jetzt, dass der neue Verwalter die Nebenkosten bezahlt, während die Mieter bereits auf das Treuhandkonto eingezahlt haben. Und die Mieter dann „böse Post“ vom neuen Verwalter mit Zahlungsaufforderungen bekommen. So oder so: Die Mieter, so das Versprechen von Armin Speckmann als auch von den Stadtwerken, sollen nicht im Regen stehengelassen werden.

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