Wie ein Pferd sich selbst ernährt

Nicht nachmachen: Eine Szene aus dem Videofilm mit „Bumblebee“. ▪

NACHRODT-W‘WERDE ▪ Es gibt Familien, da verdient der Mann die Brötchen, und Familien in denen die Frau das Einkommen nach Hause bringt. Dass Tiere mit verdienen, ist sicher eine Ausnahme. Aber nicht auf dem Hof Waldemey.

Da ist Bumblebee zu Hause, ein elf Jahre altes Shire Horse, fast 1000 Kilo schwer. Und Bumblebee macht schwer Karriere; im Internet. Alles, was es dazu braucht, ist ein 50 Sekunden langer Videoclip. Er zeigt eigentlich etwas wenig Spektakuläres, nämlich wie der das Kaltblut auf einen Pferdeanhänger verladen wird. Zu sehen ist, dass sich das schwere Pferd anfangs etwas zu sträuben scheint. Dann hilft der Besitzer ein wenig nach und stemmt sich gegen Bumblebees Hinterhand. Hinweis von Karl-Heinz Lindenlaub: „Das sollte man nicht nachmachen – nur bei einem so gutmütigen Tier wie Bumblebee.“ Die Stute lebt auf dem Hof Waldemey von klein an, Mensch und Tier kennen sich in- und auswendig, man hat unbegrenztes Vertrauen zueinander. Zudem ist Bumblebee ein Shire Horse, die größte, schwerste und kräftigste Pferderasse der Welt. In ihrer englischen Heimat werden diese Tiere als „Gentle Giants“ („Sanfte Riesen“) bezeichnet. Lindenlaub erläutert: „Es ist ein wichtiges Zuchtziel, dass Shires sehr menschenfreundlich sind. Dieser typische Wesenszug hat ganz praktische Vorteile: Ein Jumbopferd mit der Kraft und der Masse eines Shire muss gegenüber den Menschen lammfromm sein, weil sonst niemand gefahrlos mit ihm umgehen könnte.“ Schon fast 1,1 Millionen mal wurde dieses Video bisher aufgerufen. Derzeit sind es auf der ganzen Welt fast 10 000 Menschen pro Tag, die das Shire Horse in seiner ganzen Pracht bewundern wollen.

Besitzer Karl-Heinz Lindenlaub freut sich natürlich über so viel Zuspruch für seinen Prachtkerl. „Bumblebee verdient sich sein Futter selbst“, schmunzelt der passionierte Reiter und Kutschenfahrer. Durch die große Zahl der Clicks ergeben sich für Lindenlaub Einnahmen von bis zu 70 Euro im Monat.

Gleichfalls erstaunlich: Das Interesse an dem Pferd von Hof Waldemey ist im Sinne des Wortes auf der ganzen Welt verbreitet. Die meisten Aufrufe kommen aus Deutschland, dann folgen Mexiko, die USA, Rumänien und Brasilien. ▪ tk

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