Sexueller Missbrauch der Tochter: Nachrodter geht in Berufung

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Nachrodt-Wiblingwerde – Der für das Opfer quälende Fall kommt nochmal vor Gericht: Ein Nachrodter, der wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner Tochter verurteilt wurde, geht in Berufung. Trotz hohen Risikos.

Im Prozess gegen einen 46-jährigen Familienvater aus Nachrodt-Wiblingwerde, der seine Tochter sexuell schwer missbraucht haben soll, droht ein aufwändiges Berufungsverfahren mit weiteren neun Terminen im Landgericht: 

Nach einer langen Beratung der beiden Verteidiger mit ihrem Mandanten verkündete Rechtsanwalt Dominik Petereit: „Es werden keine Angaben zur Sache gemacht.“ Staatsanwältin Ina Pavel hatte zuvor die beiden Anklagen verlesen, die dem 46-Jährigen zweifachen schweren sexuellen Missbrauch vorwerfen, in einem Fall an einer Schutzbefohlenen.

Hinweise auf weitere Tat

In der Urteilsbegründung des Amtsgerichts – dort war er zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden – war von einem „schweren Vertrauensbruch zum Nachteil der eigenen Kinder“ die Rede. Es gibt Hinweise, dass der Angeklagte über die beiden Anklagen hinaus eine Tochter seiner Lebensgefährtin bedrängt haben soll. 

Bei einem Klinikaufenthalt in Hemer soll der Angeklagte im April 2017 „beischlafähnliche Handlungen“ an einer damals 20-jährigen Nachbarin vollzogen haben – gegen deren ausdrücklichen Willen. Die geistig eingeschränkte Zeugin hatte das Geschehen in einer quälenden Vernehmung im Amtsgericht Altena zunächst geschildert. 

Tochter spricht von mehreren Übergriffen

Möglicherweise nach einem Gespräch mit dem Angeklagten hatte sie ihre Zeugenaussage aber später zurückgezogen. In diesem Punkt hatte das Schöffengericht den Angeklagten freigesprochen. Auf die widersprüchlichen Aussagen der Zeugin ließ sich keine Verurteilung stützen. Anders sahen die Richter die Situation nach der Aussage der leiblichen Tochter des 46-Jährigen, die von mehreren sexuellen Übergriffen in der gemeinsamen Wohnung in Nachrodt-Wiblingwerde in den Jahren 2016/17 berichtet hatte. 

Erheblich höhere Strafe möglich

Wegen weiteren Kontaktaufnahmen des Mannes zu den Zeuginnen ordnete das Schöffengericht schon während des Verfahrens Untersuchungshaft an. Jörg Weber-Schmitz, Vorsitzender Richter der 1. großen Strafkammer als Berufungskammer, führte dem Angeklagten nochmals „die Risiken und Probleme des Verfahrens“ vor Augen. Im Fall eines Schuldspruchs müsse er „mit einer erheblich höheren Strafe rechnen“. Der Angeklagte zeigte sich davon unbeeindruckt. Anwalt Dominik Petereit erklärte: „Die Berufung wird nicht zurückgezogen."

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