SPD setzt bei der BM-Wahl auf Gerd Schröder

Gerd Schröder (l.) soll nach dem Willen der SPD-Vorsitzenden Susanne Jakoby (r.) und der übrigen SPD-Mitglieder die nachfolge von Beatrix Naujoks (M.) antreten. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Einstimmig hat der SPD-Ortsverein am Mittwochabend entschieden, den 56-jährigen Gerd Schröder ins Rennen um das Bürgermeisteramt zu schicken.

Diesen Vorschlag hatten Parteivorstand und Fraktion den Mitgliedern unterbreitet. Schröder selbst sorgte mit einer beachtlichen Vorstellungsrede selbst für das bestmögliche Wahlergebnis.

Gerd Schröder präsentierte sich den Parteimitgliedern mit einer Mischung aus Tradition und Vision, blickte über die Grenzen der Doppelgemeinde hinaus brach Entwicklungen in Bund und Land aber immer wieder auf die Gemeinde herunter. Er stellte sich als traditionsbewusster Veserder vor, dessen Familie seit Generationen in dem kleinen Dorf wohnt. Er warf einen Blick zurück, präsentierte aber auch seine Visionen für die Zukunft als er beispielsweise sagte, dass es darum gehe, jungen Menschen vor Ort Entwicklungsmöglichkeiten zu geben, aber auch älteren Menschen gerecht zu werden. „Wir müssen uns den Entwicklungen, die vor Nachrodt-Wiblingwerde nicht Halt machen, stellen und ihnen nicht nachlaufen“, sagte Schröder. Durch den demographischen Wandel müsse die kommunale Infrastruktur den geänderten Bedingungen angepasst werden. Wichtig sei es dabei, in Bildung und Erziehung zu investieren.

Schröder räumte ein, nicht für alle Probleme eine Lösung zu haben, er sei aber bereit, sich den Herausforderungen zu stellen. Um Antworten auf Zukunftsfragen zu erhalten, wolle er mit den Menschen ins Gespräch kommen, mit ihnen in einen direkten Dialog eintreten.

Überhaupt wolle er die Bürger stärker in die kommunalpolitischen Entscheidungen einbeziehen, kündigte der SPD-Kandidat an. So konnten die Einwohner der Doppelgemeinde beispielsweise den Haushaltsplan mitgestalten. Einwohnerversammlungen sollen nach Schröders Vorstellungen häufiger stattfinden, und auch ein Internetforum will er einrichten, in dem sich die Menschen über kommunale Fragestellungen austauschen können. Er sei überzeugt, dass die Nachrodt-Wiblingwerder ihre Gemeinde aktiv gestalten wollen, so Schröder weiter. Diese Bereitschaft spiegele sich auch in Vereinen, Verbänden und Kirchen wider, wo sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Diese Tätigkeit könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Ich werde das Ehrenamt fördern und stärken“, versicherte der Veserder.

Schröder zeigte sich unzufrieden mit der Entwicklung der interkommunalen Zusammenarbeit. Eine Kooperation der Bauhöfe halte er nicht für sinnvoll, vielmehr habe er vor, den Bauhof in Nachrodt-Wiblingwerde zu erhalten und ihn effizienter auszugestalten.

Was die Finanzprobleme der Gemeinde angeht, sei klar, dass Nachrodt-Wiblingwerde die nicht alleine lösen könne. Es gelte aber, die Möglichkeiten, die sich vor Ort böten, zu nutzen, sagte Schröder und formulierte den Grundsatz: „Nachrodt-Wiblingwerde muss wieder handlungsfähig werden für die Entwicklung unserer Infrastruktur vor Ort, für die Menschen, die hier leben und die hier gerne leben.“

Gerd Schröder, der seit fast 40 Jahren bei der Stadt Hagen arbeitet, machte auch deutlich, dass er sich zutraue, die Gemeindeverwaltung zu führen und die Mitarbeiter zu motivieren. Das könne nicht gelingen, indem man ihre Leistung infrage stelle, sondern indem man sie anerkenne und bestätige. Im Amtshaus wolle er eine Team- und Vertrauensstruktur aufbauen, wie er sie aus seiner jetzigen Tätigkeit in Hagen kenne. „Es gilt die Potenziale, die in dieser Verwaltung schlummern, hervorzuheben und nicht die Defizite zu suchen“, erklärte Schröder, wie er sich die Arbeit als Vorgesetzter der 74 Mitarbeiter der Gemeinde vorstellt.

Er wolle als Bürgermeister dazu beitragen, dass die Gemeinde lebenswert bleibe, erklärte Schröder abschließend. Die erste Hürde auf dem Weg zum Chefsessel im Amtshaus hat er genommen. Eine ungleich höhere wartet auf ihn am 6. Mai. Dann stimmt die Bevölkerung darüber ab, wer neuer Bürgermeister wird. ▪ vg

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