„Es ist noch nicht klar, wie viel von den Waldbesitzern entfernt wurde“

Die Serpentinen und ein etwas größeres Problem

Wie viele Bäume mussten weichen? Die Eigentümer sollen entschädigt werden.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Willst du den Bau dereinst nicht beweinen, / dann baue nur ja mit eigenen Steinen.“ Irgendwie passt das Sprichwort. Wenn man die Steine durch Bäume ersetzen würde. Denn bei der Großbaumaßnahme Serpentinen gibt es das eine oder andere Problem. 

Die Straße ist örtlich augenscheinlich nicht dort, wo sie im Flurstück eingezeichnet ist. Betroffenheit bei einigen Grundstückseigentümern.

Nicht wenige Bäume mussten zeitliches segnen 

Dass die Kurven verbreitert würden, war bekannt. Und schon vor Jahren wurde darüber offensichtlich auch mit den Grundstückseigentümern verhandelt. Doch die geraden Strecken sind nun ebenfalls betroffen, sodass nicht wenige Bäume das Zeitliche segnen mussten und noch müssen. 

Allerdings wurde versäumt, dies kundzutun. „Es ist noch nicht klar, wie viel von den Waldbesitzern entfernt wurde“, sagt Forstoberinspektor Christof Schäfer. „Die Straße ab dem Salzlager wird noch vermessen. Man sieht auch zum Teil Pflöcke in den Wiesen. Straßen-NRW wird ein Gutachten erstellen“, so Schäfer, der gleich mehrmals bei Ortsterminen vor Ort war. 

Es gehe zwar nicht um einen sehr wertvollen Baumbestand, trotzdem sei ein Schaden entstanden, der beglichen werden müsse. „Man kann die Straße ja nicht zurückbauen.“ 

1,50 Meter mehr benötigt

Die Größenordnung ist sehr unterschiedlich, an manchen Stellen wird 1,50 Meter mehr benötigt als erwartet. Die Waldbesitzer – gleich mehrere an der Zahl, darunter einer aus Bayern – hatten den Förster gebeten, unterstützend tätig zu werden. „Und wenn ein Gutachten erstellt wird, werde ich ein Auge darauf werfen. Ein Laie kann damit nicht so viel anfangen.“ 

Unterdessen versucht Michael Overmeyer, Pressesprecher von Straßen-NRW, die Gemüter zu beruhigen. „Wir sind dabei, uns mit allen Anliegern gütig zu einigen.“ 

Es habe ein reines Katasterproblem gegeben. „Die Karten, an denen wir uns orientieren, weichen von den tatsächlichen Grenzen ab“, sagt Michael Overmeyer. Da passe das eine nicht zum anderen. 

Entschädigung von 50 Cent pro Quadratmeter geboten

Eine Straßen-NRW-Mitarbeiterin, zuständig für den Grunderwerb, war ebenfalls vor Ort, um mit den Grundstückseigentümern zu sprechen. Nach AK-Informationen wurde zunächst eine Entschädigung von 25 Cent pro Quadratmeter, jetzt allerdings 50 Cent geboten. 

Zudem sollten die Eigentümer das Holz bekommen – doch es wurde ein komplett anderes als das eigene geliefert. „Zur Entschuldigung gab es dafür aber mehr Holz“, so Overmeyer. 

Alle Beteiligten, Straßen-NRW als auch die Grundstückseigentümer, hoffen aktuell auf eine gütliche Einigung. Dass geklagt wird, glaubt der Pressesprecher indes nicht. Und für einen Baustopp an den Serpentinen müsse man eine einstweilige Verfügung erwirken. Danach steht aber keinem der Sinn.

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