Die Spezialisten für Geräte und Aggregate

Manuel Nowak ist Maschinist bei der Freiwilligen Feuerwehr und sorgt unter anderem dafür, dass die Brandbekämpfer immer über ausreichend Löschwasser verfügen können. Foto: Bröer

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Dass die Feuerwehr unter anderem Brände löscht und technische Hilfe leistet, doch kaum jemand ahnt, was sich hinter diesem gesamten „Apparat“ überhaupt verbirgt. Die Einsatzkräfte müssen viel Engagement und Wissen mitbringen.

Hat man sich einmal entschlossen, der Wehr beizutreten, beginnt eine unter Umständen jahrelange Ausbildung. Denn die Feuerwehrleute sind nicht einfach nur Brandbekämpfer, es sind fast alle Spezialisten. Sie haben an den unterschiedlichsten Ausbildungsgängen teilgenommen und werden nun im Hinblick auf ihren Ausbildungsstand eingesetzt. Beispielsweise die Maschinisten. Hierzu wird auf Kreisebene ein Lehrgang angeboten, der mehrere Wochenenden umfasst. Der Maschinist ist zuständig für ein Löschfahrzeug und Aggregate.

Er selbst ist am Löschvorgang vor Ort nicht direkt beteiligt, er schafft aber die Voraussetzungen dafür, dass den Löschkräften direkt vor Ort sowohl Wasser wie auch Rettungsmaterial zur Verfügung steht. Dazu gehören beispielsweise hydraulische Schneidgeräte und Spreizer und auch Absauggeräte. Der Maschinist bringt das Löschfahrzeug zum Einsatzort und bedient dort die Pumpe. Zunächst steht ihm der Inhalt des Wassertanks zur Verfügung.

Während der Maschinist den zunächst nutzt, wird von einem zweiten Trupp eine weitere Wasserversorgung aufgebaut, deren Schlauchverbindungen dann vom Maschinisten mit dem Löschfahrzeug verbunden werden. Von da an ist es seine Aufgabe, die Löschwasserabgabe so zu steuern, dass auf allen angeschlossenen Rohren der nötige Druck vorhanden ist. Der Maschinist ist nach Beendigung des Einsatzes dafür verantwortlich, dass das alle dem Fahrzeug zugehörigen Aggregate wieder voll funktionstüchtig sind.

Einen Schritt weiter geht die Ausbildung zum Drehleitermaschinisten. Derzeit gibt es acht davon in Nachrodt. Sie nahmen am ersten Ausbildungsgang für die Doppelgemeinde teil. Im zweiten Schritt erfolgt die Ausbildung für die Einheiten Wiblingwerde und Veserde. Der Drehleitermaschinist greift so gut wie gar nicht in das unmittelbare Löschgeschehen ein. Ihm obliegt es in erster Linie, Menschen aus den Obergeschossen brennender Häuser zu retten oder aber auch, um zwei Feuerwehrleute mit dem an der Leiter angebrachten Korb nahe genug an den Brandherd heranzubringen, damit diese dann von dort aus Löscharbeiten vornehmen können. Das Drehleiterfahrzeug verfügt nicht über einen eigenen Wassertank und wird daher extern von einem Löschfahrzeug versorgt.

In der Feuerwache in Altena ist eine solche Drehleiter stationiert. Beide Kommunen haben dieses Hubrettungsfahrzeug gemeinsam beschafft. Die Finanzierung orientiert sich an der Einwohnerzahl der beiden Nachbarkommunen. Im Einsatzfall wird das Fahrzeug von einem Feuerwehrmann aus Altena zum Einsatzort gebracht. Dort übernehmen dann die Nachrodter Drehleitermaschinisten. Die Leiter wird von einem Maschinisten von einer auf dem Fahrzeug angebrachten Plattform gesteuert. Im Korb am Ende der Leiter befindet sich jedoch ein weiteres Steuergerät. Dies ermöglicht den Wehrleuten im Korb, notwendige Feineinstellungen vorzunehmen.

Schon seit rund 30 Jahren gehört Andreas Murza der Feuerwehr an. Wie es dazu gekommen ist, weiß er schon gar nicht mehr so genau. „Ich bin da eigentlich durch Zufall reingeraten“, sagt er. Doch aufzuhören kommt für ihn nicht infrage. „Die ganze Ausbildung in den vielen Jahren darf doch nicht umsonst gewesen sein. Und deswegen bin und bleibe ich Feuerwehrmann - mit allen Konsequenzen.“

Rudhart Fischer, ebenfalls schon seit Jahrzehnten bei der Feuerwehr, stieß allerdings erst im vergangenen Jahr zum Löschzug 1. „Ich habe mich schon als Jugendlicher dieser Organisation verschrieben. Im Laufe der Jahre und vieler Einsätze habe ich die Gefahren kennen gelernt.“ Den Gedanken daran habe er verdrängt. Und er sieht es mittlerweile als seine Pflicht an, anderen zu helfen.

Anika Menzel stammt aus der Jugendfeuerwehr, ist aber bereits seit fünf Jahren aktiv im Dienst. „Ich weiß, dass mein Ausbildungsstand so gut ist, dass ich Menschen retten kann.“ Außerdem sei sie ja nicht allein im Dienst, betont sie, dass ja immer noch andere Feuerwehrleute dabei seien, die ihr beistehen könnten. „Und weil ich das weiß, würde ich auch ohne nachzudenken ein brennendes Haus betreten und versuchen zu helfen“. - Von Hartwig Bröer

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