Arbeit der Feuerwehr ist 1,4 Millionen Euro wert

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Bürgermeisterin Brigit Tupat weiß die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr zu schätzen. Die Arbeit sei unbezahlbar, sagt sie.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - „Die Freiwillige Feuerwehr ist für Nachrodt-Wiblingwerde nicht nur unverzichtbar, sondern auch unbezahlbar“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Damit dürfte sie gleich doppelt Recht haben, denn für ihre wichtige Arbeit erhalten die Mitglieder der dreim Löschgruppen keinen Cent.

„Man muss sich einmal vor Augen halten, wie viele Stunden die einzelnen Mitglieder der Feuerwehr pro Jahr leisten“, sagt Tupat. Das gehe „locker in den dreistelligen Bereich“, weiß das Gemeindeoberhaupt. Die Freiwillige Feuerwehr der Doppelgemeinde habe einen ungewöhnlich hohen Ausbildungsstandard, versichert die Bürgermeisterin. „Und das lässt nicht nur mich, sondern alle Bürger Nachrodt-Wiblingwerdes ruhig schlafen.“

Verwaltung und Rat der Gemeinde stünden voll hinter ihrer Wehr, betonte Tupat weiter. Wo auch immer es möglich sei, sei den Brandbekämpfern Unterstützung sicher. Das bestätigt Gemeindebrandinspektor Michael Kling. „Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist perfekt“, sagt er. Natürlich gebe es auch einmal Kontroversen, aber die seien schnell und insbesondere sachlich beigelegt. Man könne sich eben aufeinander verlassen. Außerdem schätze er die Diskussion auf Augenhöhe. „Solche Gespräche führen in der Regel immer zu einer befriedigenden Lösung für alle Beteiligten“, betont der Feuerwehrchef.

Dass die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde eine immense Bedeutung für den Haushalt der Gemeinde hat, zeigen die folgenden Daten und Fakten. Allein im Jahr 2012 leistete die Wehr 7600 Einsatzstunden. Darin allerdings sind nur Einsätze, Aus- und Weiterbildung und Regeldienste enthalten. Hinzu kommen beispielsweise noch die Tätigkeiten beim Aufbau der Gerätehäuser. Die wurden von der Feuerwehr in Eigenleistung erstellt.

Gäbe es die Freiwillige Feuerwehr nicht, müsste eine Berufsfeuerwehr stationiert werden. Nur eine einzige Staffel, die für 24-stündige Bereitschaft sorgt, müsste aus insgesamt 30 Mitgliedern bestehen. Die Zahl ist deswegen so hoch, weil auch Krankheits- und Urlaubstage zu berücksichtigen sind. Allein die jährlichen Personalkosten würden rund 1,4 Millionen Euro betragen. Die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr – deren 24-stündige Bereitschaft auch uneingeschränkt gegeben ist – kostete die Kommune im Schnitt der letzten Jahre etwa 65 000 Euro pro Jahr – oder rund 10 Euro pro Kopf. Die Blauröcke ersparen der Gemeinde daher jährlich einen Betrag von etwa 1,3 Millionen Euro.

Um den enorm hohen Anspruch an die eigene Leistungsfähigkeit aufrecht erhalten zu können, sucht die Feuerwehr nach neuen Mitgliedern. Mittlerweile ist die Personaldecke nämlich stark zusammengeschrumpft. Gerde noch 73 Männer versehen ihren ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr. Deshalb ist jeder Interessierte willkommen. Kontaktmöglichkeiten findet man im Internet. -   Hartwig Bröer

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