Pertheshaus und Sekundarschule

Senioren und Schüler: Zwei Impfaktionen in Nachrodt

Sekundarschüler Ben Scheiblich ließ sich in der Lennehalle in Nachrodt impfen.
+
Sekundarschüler Ben Scheiblich ließ sich in der Lennehalle in Nachrodt impfen.

Wenige Schüler, viele Senioren und Pfleger: Zwei Impfaktionen gab es in Nachrodt. Die einen bekamen die erste, die anderen bereits die dritte Coronaschutz-Impfung. Dass so wenige Jugendliche mitmachten, hat einen erfreulichen Grund.

Nachrodt-Wiblingwerde – Vier waren angemeldet, fünf gekommen. Aber da kein Impfstoff auf Verdacht mitgebracht wurde – und womöglich hätte verschwendet werden müssen, wird nun eine Corona-Schutzimpfung nachgeholt. Ansonsten lief der Impftermin, den die Sekundarschule in Zusammenarbeit mit Hausarzt Matthias Hartig in der Lennehalle anbot, völlig reibungslos.

„Möchtest du, dass ich dabei bin“, fragte Schulleiterin Anne Rohde eine Schülerin, die aber keine Unterstützung benötigte. Gelassen und gut gelaunt ließen sich die zwölf- bis 14-jährigen Jugendlichen den kleinen Piks verpassen, wobei der linke Arm von allen bevorzugt wurde. In fünf Wochen steht die zweite Impfung mit Biontech an – wieder in der Lennehalle.

Wohler fühlen mit Impfung

„Bevor ich wegen der Corona-Maßnahmen nichts mehr machen kann, und es bald überall 2 G gibt, lass’ ich mich lieber impfen“, meinte Ben Scheiblich. Auch für die 14-jährige Annick Hohage ist dies der Hauptgrund für ihre Impf-Entscheidung, die sie nicht nach Diskussionen mit den Eltern, sondern allein getroffen hat.

Maria Diab und Selin Erdogan erzählen dagegen, dass sie sich mit einer Impfung wohler, geschützter fühlen. „Ich finde es toll, dass das die Schule anbietet“, meint Maria.

Dass es keinen Run auf den Termin gab, begründet Schulleiterin Anne Rohde so: „Viele unserer Schüler sind bereits geimpft.“ Dennoch würden sich alle weiterhin regelmäßig testen lassen – auch fast alle Geimpften aus Solidarität zu den Mitschülern.

Hausarzt: Impfmüde, weil themenmüde

Apropos Solidarität: Das wünscht sich Hausarzt Matthias Hartig von den Bürgern und spricht von einer Eigenverantwortlichkeit beim Thema Impfungen. Die aktuelle Impfmüdigkeit habe etwas mit der Themenmüdigkeit zu tun. „Keiner kann es mehr hören“, so Matthias Hartig. „Und das kann ich sogar verstehen.“

Die Lösung der Pandemie liege in der Hand der Vielen. Impftermine wie in der Lennehalle findet Matthias Hartig gut. Aber Event-Maßnahmen mit Geschenken, Freikarten oder anderen Angeboten, um Menschen zum Impfen zu bewegen, begeistern ihn nicht. Auch könne man in Nachrodt-Wiblingwerde zum Beispiel nicht mobile Impfteams zu Brennpunkten schicken, „weil es die hier nicht gibt“.

Impfungen: bei Kindern ansetzen

Als zentralen Punkt sieht Matthias Hartig die Impfungen bei Kindern und Jugendlichen an. „Für sie muss dringend Normalität geschaffen werden.“ Die psychischen Belastungen der Pandemie würden mehr und mehr bei den jungen Leuten zutage treten. Weitere Schulschließungen hätten katastrophale Auswirkungen.

Impfaktion mit Hausarzt Matthias Hartig im Pertheshaus.

Derweil herrscht eine sehr gute Stimmung im Pertheshaus. Aller guten Pikse sind drei: Es gab sogar einen kleinen Trommelwirbel, als die erste Spritze gesetzt wurde. Eine fröhliche Stimmung herrschte im Pertheshaus, als die Booster-Impfungen anstanden. 58 Bewohner und fast das komplette Pflegepersonal wurden von Matthias Hartig geimpft. „Eine fantastische Impfquote auch bei den Mitarbeitern, die nahezu bei 100 Prozent ist“, freute sich der Hausarzt, der im zweiten Quartal dieses Jahres allein 1200 Impfungen verabreicht hat.

Pertheshaus: Sorgfältiger Umgang mit Besuch

„Ich bin froh, dass ich erneut geimpft werde, und dass die Wissenschaft so schnell etwas gegen das Virus erfunden hat“, erzählte die 84-jährige Elvira Lütkenhues. Sei Mai wohnt sie im Pertheshaus, in dem sie sich sehr wohl fühlt und die Mitarbeiter in den höchsten Tönen lobt. „Ich bewundere es auch, wie sorgfältig hier mit Besuch umgegangen wird. Niemand muss sich hier vor Corona ängstigen.“

Wie die Bewohnerin, so ist auch das Personal zufrieden: „Die Impfungen sind für unsere eigene Sicherheit und für die Sicherheit der Bewohner wichtig“, sagt Ludmila Klein. Sie hatte bei ihrer ersten Impfung etwas Angst, wie sie sagt. „Aber jetzt bin ich nur noch froh.“

Die Booster-Impfungen übernehmen übrigens keine Impf-Teams, sondern die Hausärzte. Matthias Hartig hat viele Patienten im Pertheshaus, deshalb auch der Andrang bei der Impfaktion in dieser Woche. Aber es waren auch zwei weitere Ärzte im Pertheshaus, die Auffrischungsimpfungen mitgebracht hatten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare