Aufbruchstimmung nach durchdachtem Neubeginn

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Schulleiterin Anne Rohde. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Am Holensiepen herrscht Aufbruchstimmung: „Der Sog ist ziemlich hoch“, berichtet Anne Rohde, Leiterin der Sekundarschule, im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt von der großen Nachfrage nach Plätzen in der neuen Sekundarschule. „Wir bekommen sogar Anfragen aus Letmathe.“

Die Situation hat Gründe: Mit einem Konzept, in dem „gemeinsames soziales Lernen und eine starke Differenzierung“ im Zentrum stehen, stellt die vor einem halben Jahr eröffnete Sekundarschule einen pädagogisch durchdachten Neubeginn dar. „Ich habe hier tolle Lehrer bekommen – engagierte Pädagogen, die von der Schulform überzeugt sind“, sagt die Schulleiterin erfreut und zieht ein sehr positives Fazit der ersten Monate. Der Frontalunterricht gehöre weitgehend der Vergangenheit an – stattdessen begleiten und unterstützen die Lehrer ihre Schüler in einem Unterricht mit Arbeitsformen, von denen die Lernforschung schon lange weiß, dass sie erheblich effektiver sind als die klassische Situation mit dem vor einer Klasse referierenden Lehrer. Anne Rohde beschreibt sie mit dem beliebten Sprichwort: „Wenn alles schläft und einer spricht, dann nennt man dieses Unterricht.“ Stattdessen nehmen nun Schülerexperten jene an die Hand, die etwas noch nicht verstanden haben. Dass davon beide Beteiligten profitieren, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Ein „guter Personalschlüssel“ aufgrund der Aufbausituation der Schule ermöglicht den Einsatz von zwei Lehrern in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Das erleichtert die Leistungsdifferenzierung innerhalb des Unterrichts und die Organisation von Vertretungsunterricht. Grundsätzlich gelte: „Was ausfällt, wird vertreten“, erklärt die Schulleiterin.

Anne Rohde nennt organisatorische Bausteine, die für eine spätere Berufsorientierung, aber auch auf dem Weg zum Abitur an anderen Schulen eine wichtige Rolle spielen: Die Neigungsdifferenzierung ab Klasse 6, die berufspraktisch ausgerichtet ist und Schwerpunkte in Wirtschafts- und Arbeitslehre, Technik und Hauswirtschaft setzt. Darüber hinaus bemüht sich die Schule um das Gütesiegel „MINT-Schule NRW“, das ein überdurchschnittliches Engagement in Mathematik und mindestens einem weiteren naturwissenschaftlich-technischen Fach belohnt. Mit der Aufnahme in das MINT-Schulnetzwerk werden die Schulen durch Förderangebote wie Fortbildungsveranstaltungen und Praktika für Lehrkräfte sowie MINT-Camps für Schüler von der Landesvereinigung der Unternehmensverbände unterstützt.

Mit Blick auf die Berufsorientierung bemüht sich die Sekundarschule zudem um intensive Kontakte zu Firmen in der Region. Weitere Ideen könnten den Schulalltag mit dem Erreichen der höheren Klassenstufen bereichern: Spanisch soll ab der Klasse Acht als dritte Fremdsprache angeboten werden. Und angesichts der Bedeutung der in der Welt am meisten gesprochenen Sprache denkt die Schulleiterin auch über eine Chinesisch-Arbeitsgemeinschaft nach.

Der angesprochene „Sog“ in diese neue Schulform beschert der Sekundarschule ein ausgeklügeltes Losverfahren, mit dem die neuen Klassen im Sommer gefüllt werden. Angesichts der großen Nachfrage ist es nicht überraschend, dass die Rückmeldungen der Eltern bisher sehr positiv sind: „Sie setzen sich vielfältig ein“, sagt Anne Rohde erfreut. Und auch die Schüler scheinen sich wohlzufühlen: Bereitwillig strömen die Mädchen und Jungen nach dem regulären Unterricht noch in ihre Arbeitsgemeinschaften. ▪ Thomas Krumm

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