Entspannende Auszeit vom Unterrichtsalltag

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Mit spielerischen Übungen führt Anne Rohde (r.) die Sekundarschüler drei Mal pro Woche in die jahrtausendealten indischen Übungen für Körper und Geist ein.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Sie machen einen Buckel wie eine Katze, wackeln mit dem Hinterteil und imitieren damit einen schwanzwedelnden Hund oder sie zischen wie eine Schlange. Was sich anhört, als spielten Kinder eine Szene in einem Zoo nach, ist tatsächlich eine entspannende Pausenbeschäftigung für Sekundarschüler.

„Kinder sind in ihrer Lebenswelt, der Schule und dem familiären Umfeld vielfachen Stressfaktoren ausgesetzt. Gerade im Ganztag ist es deshalb wichtig, dass auch Möglichkeiten zu Ruhe und Ausgleich geboten werden“, sagt Anne Rohde, Leiterin der Sekundarschule. In der neuen Bildungseinrichtung, die im Sommer im Holensiepen ihren Betrieb aufgenommen hat, können die Kinder deshalb in den Pausen Angebote nutzen, dies es ihnen ermöglichen sollen, sich anschließend wieder auf den Unterricht zu konzentrieren.

Zu diesen Angeboten gehören auch Entspannungsübungen mit Yoga-Elementen. „Yoga soll den Kindern helfen, sich kindgerecht und spielerisch von äußeren Reizen zu lösen und zu mehr innerer Ruhe und Ausgeglichenheit zu kommen“, erläutert Anne Rohde, die die Zehn- und Elfjährigen drei Mal pro Woche in den langen Mittagspausen anleitet. Eine spezielle Yoga-Ausbildung hat die Sportlehrerin zwar nicht, dafür aber nach eigenen Angaben schon an mehreren Yoga-Kursen teilgenommen. Somit fühlt sie sich durchaus in der Lage, ihre Schützlinge mit den Grundzügen der aus Indien stammenden geistigen und körperlichen Übungen vertraut zu machen. „Der Kinderyoga ist kreativ, lebhaft und dynamisch“, beschreibt Anne Rohde ihr Pausenangebot, das knapp 40 der insgesamt rund 90 Fünftklässler nutzen. Ziel sei es, die Körperwahrnehmung zu schulen, Spannungen zu lösen und die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.

Auch am Mittwochmittag hatten sich wieder zwölf Fünftklässler zusammengefunden, um zunächst im Schneidersitz Platz zu nehmen und ruhig zu werden. Zu leiser asiatischer Musik vollzogen sie dann ihre Übungen, die ihre Yoga-Lehrerin in kleine Geschichten einbettete. So verwandelten sich die Kinder in verschiedene Tiere oder Pflanzen.

An die Yoga-Übungen schließt sich immer ein kleiner Entspannungsteil an. Das ist einmal eine meditative Fantasiereise oder ein anderes Mal – wie am Mittwoch– eine Partnermassage: Mit ihren Fingern erzählten die Kinder auf dem Rücken eines Mitschülers kleine Geschichten von Sonne, Regen und Gewitter. 30 Minuten dauern diese kleinen Auszeiten, dann gehen die Kinder zurück in den Unterricht. Viele von ihnen ganz entspannt. ▪ Volker Griese

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