Sekundarschule: Streit um Kosten für Fachraum

Die Sekundarschule in Nachrodt erhält eine besondere Auszeichnung.
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An der Sekundarschule in Nachrodt soll ein Raum neu gestaltet werden. Die Kosten sorgten für Debatten im Rat.

Die Vorlage war nicht glücklich formuliert. Und so erhitzte die Neugestaltung eines naturwissenschaftlichen Fachraums der Sekundarschule die Gemüter während der Sitzung des Rates in Nachrodt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Verwaltung hatte zwar die Kosten für ein Deckensystem mit schwenkbarer Medienversorgung und interaktiver Tafel mit 69 500 Euro angegeben, aber alle Zusatzkosten für den Anstrich und die Ausbesserungsarbeiten der Decken und Wände sowie für die Entsorgungsleitungen nicht benennen können. Und einer „Katze im Sack“ wollten die SPD-Mitglieder zunächst nicht ihre Zustimmung geben.

„Die Kosten sind nicht beziffert. Wenn jetzt eine Ausschreibung erfolgt, dann beschließen wir einen unbestimmten Kostenrahmen“, argumentierte Gerd Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD. Tatsächlich ist die Sachlage etwas kompliziert, denn die Nacharbeiten können erst mit derjenigen Firma besprochen werden, die einen Zuschlag erhält.

Sekundarschule: „Wichtig zu wissen, was Projekt kostet“

„Welche Zuleitungen, welche Elektriker, welche Abwasserleitungen können wir im Vorfeld nicht planen“, erläuterte Kämmerin Gabriele Balzukat. „Das sind aber nicht noch einmal 50 000 Euro“, schaltete sich Bürgermeisterin Birgit Tupat ein.

„Wir entscheiden über 70 000 Euro plus x“, meinte Christian Pohlmann (SPD) nicht begeistert und ergänzte: „Für eine Entscheidung ist es wichtig zu wissen, was das ganze Projekt kostet.“ Bauamtsleiter Dirk Röding stellte eine Gegenfrage: „Was ist Ihnen denn der Raum wert: 80 000 oder 100 000 Euro?“

Christian Pohlmann malte daraufhin folgendes Szenario: „Dann werden irgendwelche Dinge geöffnet und man stellt fest, dass neue Rohrleitungen verlegt werden müssen. Ich fühle mich nicht wohl dabei, wenn ich etwas beschließe und die Folgekosten nicht kenne.“

Seitenhieb von der UWG

Anders argumentierte Christdemokratin Tanja Edelhoff: „Ich finde es wichtig, dass die naturwissenschaften Fächer auch unterrichtet werden. An der Sekundarschule ist es in den ersten Jahren so, dass dies so gut wie gar nicht möglich ist und den Kindern einiges fehlt. Das wird unser Budget nicht überlasten.“

Auch für Sonja Hammerschmidt (UWG) ist die Notwendigkeit klar: „Die Räume werden benötigt. Beim Amtshaus wollte man hier gerade Fraktionsräume planen, ohne zu wissen, was sie kosten.“ Auch ihre Mitstreiterin Christiane Lange sprang in die Bresche: „Wir haben so eine tolle Sekundarschule, eine Vorzeigeschule. Ich kann die Diskussion nicht verstehen, dass es an ein paar tausend Euro scheitern sollte.“

Lösung zum Schluss gefunden

Auch die SPD möchte eine gute Ausstattung für die Sekundarschule. „Das begrüßen wir. Aber wir haben auch an dieser Stelle eine Verantwortung und können nicht etwas auf blauen Dunst beschließen“, so Christian Pohlmann.

Letztlich war es Michael Schlieck (CDU), der die Wogen glättete: „Im Rahmen der Ausschreibung kann man mit der Firma besprechen, was zu machen ist. Wenn ich sehe, was angedacht ist, gehe ich von etwa 25 000 Euro aus.“ Am Ende stimmten alle Fraktionen für die Ausschreibung. Es gab keine Enthaltung und keine Gegenstimmen.

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