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Blechlawinen in Veserde nicht nur ein Gefühl

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Einfahrt ins Dorf. Veserde ist zur beliebten Umleitungsstrecke geworden.
Einfahrt ins Dorf. Veserde ist zur beliebten Umleitungsstrecke geworden. © Lydia Machelett

Wie viele Autos fahren tatsächlich täglich durch Veserde? Sind die Blechlawinen wirklich nur ein Gefühl der Bürger? Der Kreis ist entspannt, UWG und die Gemeinde eher nicht.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Der schönste Fleck auf dieser Erde, ist Veserde bei Wiblingwerde“ – meinen die Bewohner des kleinen Höhendorfs, tauften ihre Sozial-Media-Gruppe auf diesen Slogan und fühlen sich in der Ruhe und Idylle wohl. Ruhe? Seit der Sperrung der A45 fahren viele, die auf ihr Navigationsgerät vertrauen, über die K24, sehr gern dann auch über den Honsel. Täglich, stündlich, ja minütlich. Dass der Märkische Kreis dies nun infrage stellt, verwundert die Bewohner. Auf Basis eines Antrages der UWG-Fraktion hatte die Kreisverwaltung mögliche Verkehrssicherungsmaßnahmen in Veserde geprüft. Die letzte amtliche Verkehrszählung, so stand es nun in der Vorlage zur Sitzung des Bau- und Straßenausschusses, der in dieser Woche tagte, ergab 1022 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden mit einem unterdurchschnittlichen Lkw-Anteil. Die Geschwindigkeitsmessungen hätten keine überhöhten Geschwindigkeiten ergeben (wir berichteten).

Tempo 30 schnelle Lösung

Die Gemeinde wird deshalb noch mal eigene Geschwindigkeitsmessungen durchführen. „Dann werden wir auch sehen, wie viele Fahrzeuge tatsächlich dort unterwegs sind“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. Bauliche Maßnahmen zur Verkehrssicherung sind aus seiner Sicht in Veserde nicht möglich. „Der schnellste und unkomplizierteste Weg wäre eine Einführung von Tempo 30 bis zur Aufhebung der A45-Sperrung“, findet Sebastian Putz und hatte dies bereits Anfang des Jahres dem Kreis vorgeschlagen.

Für Fußgänger „kriminell“

Dass die Blechlawinen durch Veserde rollen, ist nach Auskunft der Bürger auf keinen Fall nur ein Gefühl. „Es gibt tatsächlich ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen“, sagt Ilse Grote, die in Veserde wohnt. Lkw und Campinggespanne kämen auch am Honsel entgegen. Ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Dorf auf 30 km/h etwas bringen würde? „Wenn die Leute die K 24 von Hohenlimburg hochkommen, ist es eine schöne Strecke, ob sie dann abbremsen, weiß ich nicht“, ist Ilse Grote skeptisch. Für Fußgänger ist es „teilweise schon kriminell.“ Fiona Habich erzählt: „Wir wohnen auch dort und haben drei Hunde und Zwillinge. Ich gehe gerne rüber zum Hartmoll. An der Todtenhelle ist das leider nicht mehr möglich, weil es viel mehr Verkehr gibt. Es ist schon nicht ganz ungefährlich, die Straße zu überqueren. Wenn meine Kinder mal in die Schule kommen, müssen die ja auch dort die Straße überqueren. Da macht man sich ja auch so seine Gedanken. Schön wäre es doch, wenn es für alle eine gute Lösung geben würde.“ Mehrmals in der Woche ist der Lüdenscheider Mark Becker mit seinen Hunden zum Spazierengehen in Veserde. „Aber der Verkehr dort nervt nicht nur. Trotz Gegenverkehr wird dort rücksichtslos geheizt. Warum nimmt der Kreis die Anwohner hier nicht ernst?“

Bauausschuss des Kreises

Während der Sitzung des Bau- und Straßenausschusses des Kreises wurde die Vorlage „zur Kenntnis genommen.“ Damit ist das Thema eigentlich durch, auch, wenn Stefan Thalheim, sachkundiger Bürger der UWG, in der Sitzung auf das „unbefriedigende Ergebnis“ aufmerksam machte. Es sei schade, dass nur aufgezeigt werde, was nicht gehe und keine Lösungsvorschläge für die Situation in Veserde genannt würden. Es gebe, so Manfred Fischer vom Gebäudemanagement, keine Alternativen in der jetzigen Situation. Für die UWG bleibt der Kummer in Veserde ein Anliegen: „Wir bleiben am Thema dran“, verspricht Steffen Wieland, Geschäftsführer der Kreis-UWG.

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