Herbel ruft auf zu einer „Koalition der Vernunft“

Prominenter Besuch bei der CDU (von links): Fraktionschef Peter Herbel, Ortsverbandvorsitzender Ulrich Gülicher, Europakandidat Dr. Peter Liese, Landrat Thomas Gemke, Kreistagskandidiat Stefan Herbel und Ortsverbandsschriftführer Klaus-Dieter Jacobsen. Foto: Krumm

Nachrodt-Wiblingwerde - Prominenten Besuch empfing die CDU Nachrodt-Wiblingwerde am Donnerstagabend: Zu Gast waren Landrat Thomas Gemke, der Europaabgeordnete Dr. Peter Liese und Stefan Herbel, CDU-Kreistagskandidat für hiesigen Wahlbezirk 7.

Doch zunächst nahm Peter Herbel, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat, Stellung zu aktuellen kommunalpolitischen Themen. „Wir müssen im Rat an einem Strang ziehen, und dazu müssen wir uns entschließen, mit allen Fraktionen zusammenzuarbeiten“, rief Peter Herbel zu einer umfassenden „Koalition der Vernunft“ in Nachrodt-Wiblingwerde auf. Beim Gartenhallenbad regiert diese Koalition bereits: Peter Herbel freute sich über den Erhalt des Bades durch engagierte Bürger und die Einigkeit unter den Politikern der Gemeinde, die den nötigen Zuschuss alle mittrügen.

Kritisch blickte Herbel auf das Problem der fehlenden Gewerbeflächen in Nachrodt: „Wenn wir nichts tun, gehen bei uns irgendwann die Lichter aus.“ Mitverantwortlich für den Mangel an Gewerbeflächen sei die Politik der Landesregierung, sagte Herbel. Diese setze auf Brachflächen im Ruhrgebiet, die verstärkt für neue Industrieansiedlungen genutzt werden sollen. Südwestfalen werde durch eine solche Politik zum „Vorgarten des Ruhrgebiets“: „Das platte Land soll ausgetrocknet werden“, vermutete Herbel.

Kritisch sieht die CDU Nachrodt-Wiblingwerde auch die Pläne zur Errichtung riesiger Windkrafträder in Veserde. Durch die gigantischen Dimensionen der Anlagen fühle man sich selbst in Hohenlimburg belästigt, sagte Herbel.

Skeptisch zeigte sich der Fraktionsvorsitzende auch gegenüber der Entwicklung der interkommunalen Zusammenarbeit mit Altena: „Wir haben das vor vier Jahren initiiert – mit ganz anderen Vorstellungen“, erinnerte sich Peter Herbel. „Wir müssen aufpassen, dass wir von den Altenaern nicht über den Tisch gezogen werden.“

Landrat Thomas Gemke erläuterte in seiner Rede die schwierige Lage der Kreisfinanzen. Aufgrund immer weiter steigender Aufwendungen für soziale Transferleistungen sowie für behinderte und pflegebedürftige Mitbürger entstünden dem Kreis jährlich Mehrkosten zwischen sieben und zehn Millionen Euro. Diese Steigerungen ließen sich durch Sparmaßnahmen in keiner Weise auffangen. 200 Stellen habe der Kreis inzwischen abgebaut – eine Disziplin, die er andernorts vermisse, sagte der Landrat. So habe die Bezirksregierung, die anderen Spardiktate auferlege, sich 60 neue Stellen gegönnt. Auf Landesebene sei es nicht anders. - Thomas Krumm

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