Die schwarze Seite der weißen Pracht

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Ein Straßenabschnitt, auf dem der Bürgersteig beidseitig nicht passierbar ist. Wenn Fußgänger hier auf die Fahrbahn ausweichen müssen, wird es eng. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Schnee lässt keinen kalt. Autofahrer schimpfen, Fußgänger schimpfen auch. Und sie schimpfen teilweise mit Recht: Weil sich die Schneemassen immer mehr aufgetürmt haben, werden die Straßen an vielen Stellen so schmal, dass kein Begegnungsverkehr möglich ist. Das ist in Nachrodt zu sehen, aber noch deutlicher in Wiblingwerde, wo aufgrund der Höhenlage der Schnee noch bessere „Verbreitungsbedingungen“ vorfindet. Von Thomas Keim

Fußgänger ärgern sich darüber, dass Bürgersteige und Wege nicht geräumt sind, an einigen Stellen sogar unpassierbar geworden sind. Hier und da hat sogar schon einer zum Flatterband gegriffen, um den Gehweg vor seinem Haus für unpassierbar zu erklären.

Wer jung und flink auf den Beinen ist, mag den Weg durch den Bürgersteig-Tiefschnee nicht scheuen, für ältere Menschen oder Gehbehinderte aber ist die Bewegungsfreiheit an vielen Stellen derzeit deutlich eingeschränkt. Mal ist die Gemeinde für die Räumung der Flächen zuständig, in den meisten anderen Fällen die privaten Grundstückseigentümer bzw. deren Mieter. Aber: Nicht jeder greift zur Schaufel oder besser noch zur Schneefräse, wie er es nach der gemeindeeigenen Satzung eigentlich tun müsste. Das weiß man auch im Amtshaus. Aber dort gibt es weder genügend Personal noch genügend zeitliche Ressourcen, um die Räumpflicht flächendeckend durchzusetzen. „Das können wir nicht kontrollieren“, meint dann auch Birgit Tupat vom Ordnungsamt.

Sie hat durchaus Verständnis, dass Bürger angesichts der Lage verärgert sind. „Es gibt im Moment massive Probleme.“ Tupat weist auf einen weiteren Umstand hin, der die Lage zusätzlich verschlimmert. Der so genannte „Holder“ ein motorisiertes Klein-Räumfahrzeug des Bauhofes, hat mit dem Ansturm der Schneemassen den Geist aufgegeben. Das Gerät befindet sich in Reparatur, und soll, so hofft man im Amtshaus, „im Laufe der Woche“ fertig werden.

Natürlich gäbe es die Möglichkeit, in einem solchen Fall auf eine private Räumfirma zurückzugreifen. „Allerdings haben die auch nur begrenzte Kapazitäten.“

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