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„Schwarze Schafe“: Schrottsammler oft illegal unterwegs

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Der Schrottsammler Kalfopoulos steht am 17.10.2012 in Lünen (Nordrhein-Westfalen) auf dem eigesammelten Schrott auf seinem Lastkraftwagen. Schrottsammler in ganz Deutschland fürchten um ihre Existenz. Viele Kommunen wollen das Sammeln selbst übernehmen.
Schrottsammler unterwegs: Sie benötigen eine Genehmigung. © Daniel Naupold/dpa

Schrottsammler sind immer wieder in der Doppelgemeinde unterwegs. Doch nicht immer geht dabei alles mit rechten Dingen zu. Nachrodter Bürgern wird deshalb empfohlen sich bestimmte Tipps zu Herzen zu nehmen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Klüngelskerle werden sie gern genannt, meist aber einfach Schrottsammler. Mit Flötenmusik oder stumm sind sie sehr gern auch in Nachrodt-Wiblingwerde unterwegs: „Legal ist es selten“, sagt Christof Hüls, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis. Um eben diese Schrottsammler ging es auch während der Sitzung des Rates.

Anzeigen gegen Schrottsammler, so berichtete Ratsherr Matthias Lohmann nämlich, seien bei der Polizei recht unbeliebt, weil sie eine mehrstündige Arbeit nach sich ziehen würden, da meistens dieser Fahrzeuge dann auch noch beim TüV vorgeführt werden müssten. „Das bringt uns an dieser Stelle nicht weiter. Wir müssen es unattraktiv machen, dass Menschen bei uns nach Schrott suchen. Wir gehen bisher einen schlechten Weg. Wenn ich nämlich zwei Bremsscheiben zum Entsorgen in die Grüne bringe, zahle ich 7,50 Euro. Auf der anderen Seite kommen Menschen zu mir, die den Schrott sammeln, weil es für sie lohnt, den Schrott 80 Kilometer durch die Gegend zu transportieren. Da stimmt doch was nicht. Da steckt sich Lobbe an einer Stelle viel Geld ein und verdient damit richtig. Der Bürger aber stellt lieber seinen Schrott an die Straße, um die 7,50 Euro zu sparen, und lockt die Schrottsammler an. Da dreht das Rad in die falsche Richtung. Die Schrottsammler werden nur aufhören, Schrott zu sammeln, wenn kein Schrott mehr da ist.“

Schrottsammler oft illegal unterwegs: Darum gibt es so viele „Schwarze Schafe“

Bürgermeisterin Birgit Tupat glaubt zwar nicht, dass die Bürger besagte 7,50 Euro scheuen. Aber sie will das Thema an den Zweckverband weitergeben. Und die Polizei wehrt sich gegen den Vorwurf, sich aufgrund von Mehrarbeit nicht gern kümmern zu wollen.

„Vielleicht ist da etwas durcheinandergeraten“, vermutet Christof Hüls. Denn man müsse zwischen Schrottautos und Schrotthändler unterscheiden. Aufgrund der Autobahnsperrung seien „abenteuerliche Fahrzeuge“ auf den Umleitungsstrecken unterwegs. Für den Verkehrsdienst seien die Kontrollen tatsächlich sehr aufwendig. Nach Inaugenscheinnahme der Fahrzeuge müssten diese nicht selten zu einem Sachverständigen gebracht werden.

Zurück zu den Schrottsammlern. Sie benötigen für jede gewerbliche Sammlung von der Abfallwirtschaftsbehörde des Kreises eine Genehmigung. Das Sammelfahrzeug muss erkennbar mit einem „A-Schild“ ausgestattet sein, das besagt: Mit diesem Fahrzeug werden Abfälle gesammelt.

Schrottsammler oft illegal unterwegs: Wie Bürger helfen können

„Doch es gibt schwarze und schwärzere Schafe“, sagt Polizeisprecher Christof Hüls. So würde Metall auch immer wieder aus den Gärten geklaut, „dann liegen nur noch die Geranien da“. Oder vom bestellten Sperrmüll, den man an die Straße gestellt habe, fehle plötzlich das eine oder andere Teil. „Manche Bürger sind auch froh, wenn alles weg ist, aber wir bekommen durchaus regelmäßig Meldungen über illegale Schrottsammler. Wir versuchen sie dann natürlich zu finden“, so Christof Hüls.

Die Sachlage ist oft höchst kompliziert. Denn selbst, wenn man Metall sammeln darf, heißt es nicht, dass Metallbehälter transportiert werden dürfen, in denen Reste von Chemikalien sind. Nicht erlaubt ist zudem, den ganzen „Ramsch“ hinten auf die Ladefläche zu werfen. Die Ladung muss gesichert sein. Christof Hüls formuliert es so: „Klassische Klüngelsammler sind eher die Seltenheit geworden, es sind oft spezielle Nationalitäten mit Fahrzeugen aus dem Ruhrgebiet.“

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