Gisela Kreinberg hat ein offenes Ohr für Schülernöte

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Schulsozialarbeiterin Gisela Kreinberg hat ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Sekundarschüler und ihrer Eltern. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mittagszeit – die Schüler der Sekundarschule am Holensiepen kommen nach der warmen Mahlzeit langsam zur Ruhe. Im Berufsorientierungszentrum, dem Reich von Schulsozialarbeiterin Gisela Kreinberg, treffen sich einige Schüler, eine Lehrerin und die Vermittlerin zum Gespräch über einen vorangegangenen Konflikt.

„Ich stehe allen Kindern der Schule zur Verfügung für Gespräche und will Vertrauensperson für Schüler mit Sorgen und Nöten sein“, erklärt die studierte Pädagogin und ausgebildete Lehrerin. Das umfasst ernste Gespräche über Streitigkeiten genauso wie das ganz persönliche Gespräch: „Es gibt das Eine oder Andere, was die Schüler mit einer Person besprechen möchten, die weder Elternteil noch Lehrer ist.“ Dabei unterliegt die Sozialarbeiterin der Schweigepflicht: „Was hier besprochen wird, bleibt vertraulich.“

Die Ansprechpartnerin für Schüler und Eltern wird aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes der Bundesregierung finanziert. „Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass Kinder die vorhandenen Mittel aus dem Teilhabepaket abrufen“, benennt Gisela Kreinberg den Kern ihrer Arbeit. Mit diesem Geld soll Kindern, deren Eltern finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, die umfassende Teilhabe an Kultur, Sport, Ausflügen und Klassenfreizeiten ermöglicht werden.

Gisela Kreinberg nennt einen weiteren Punkt, der ihr besonders am Herzen liegt: Mit den Mitteln aus dem Teilhabepaket reduzieren sich die Kosten für das warme Mittagessen auf einen Euro. Mit einer Teilnahme-Quote von 75 Prozent sind die Kinder der Empfänger von staatlichen Sozialleistungen sogar überrepräsentiert bei der täglichen Mahlzeit. „Es ist ein Schwerpunkt meiner Arbeit, dass die Kinder gut versorgt sind, was die Ernährung angeht“, so Kreinberg.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Schulsozialarbeiterin ist bereits durch die Bezeichnung ihres Sozialraums benannt: „Berufsorientierungszentrum“. „Meine Aufgabe ist es auch, die Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten.“ Dies gilt umso mehr, als die Sekundarschule auf sehr unterschiedliche Bildungs- und Berufswege vorbereitet.

Ihre Entscheidung für diese neue Schulform hat Gisela Kreinberg sehr bewusst gefällt: „Als ich gehört habe, dass eine Sekundarschule an den Start geht, habe ich das Konzept studiert und war sofort begeistert. Es ist großartig, mit welchem Engagement die Lehrer dieser Schule dieses Konzept unterstützen.“ Der Alltag des ersten Schulhalbjahres habe die hohen Erwartungen gerechtfertigt: „Sie sehen, dass die Kinder gerne zur Schule kommen. Es wird sehr viel Freude am Lernen vermittelt.“ Schule sei „Teil des Lebens heute, nicht nur Vorbereitung auf morgen. Wenn die Gegenwart gut läuft, funktioniert auch die Zukunft.“ Gerade in Zeiten oft schwieriger familiärer Verhältnisse sei ein gut funktionierendes Schulleben wichtig. „Das brauchen Kinder mehr denn je“, ist Kreinberg überzeugt.

Viele Bausteine tragen zur Stärkung des Wir-Gefühls bei: Die warme Mahlzeit, verschiedene Arbeitsgemeinschaften, die sehr gut besucht werden, ein zu pflegender Schulgarten, diverse sportliche Angebote und nicht zuletzt die innovative Organisation des Unterrichts selber. Und wer zwischendurch mal Ruhe braucht oder gar ein Buch aus der gerade entstehenden Schülerbücherei lesen möchte, ist im Berufsorientierungszentrum willkommen. ▪ Thomas Krumm

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