Schulfest im Zeichen des Mittelalters

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Besucher sahen sich schon zurück ins Mittelalter versetzt, wenn sie am Samstagnachmittag den Schulhof und das Gebäude der Grundschule in Nachrodt betraten. Überall Ritter, Burgfräulein, Pagen, Gaukler und Zauberer.

Kinder, Kollegium und Elternschaft der Grundschule feierten am Samstag ihr großes Schulfest. Das findet nur alle vier Jahre statt, „Damit“, so der scheidende Rektor Siegfried Müller, „jedes unserer Schulkinder einmal in den Genuss dieser Veranstaltung kommt.“ Das Organisationsteam um „Chef“ Siegfried Müller, dem neben dem Kollegium viele Eltern hilfreich zur Seite standen, sowie Sponsoren aus Nachrodter Unternehmen und Privatleuten, hatte bereits im Vorfeld ganze Arbeit geleistet.

In einem der Klassenzimmer wurde eine Pagenschule eingerichtet. Dort lernten die angehenden Rittergehilfen nicht nur Schach zu spielen, sondern mussten auch ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Weitere „Ausbildungen“ zum Gaukler oder Bänkelsänger wurden angeboten. Auch höfisches Benehmen und das Beherrschen des höfischen Tanzes stand auf dem Wunschzettel der Kinder. Bereits in der Woche vor dem Fest begannen die Kinder damit, ihre Waffen „zu schmieden“, ihre Gewänder anzufertigen und überhaupt alles herzustellen, was denn so zu einem mittelalterlichen Fest benötigt wird. Auch die meisten der Kostüme waren selbst entworfen und wurden – unter Anleitung – auch von Hand hergestellt. Die Vorführungen der Kinder waren mehr als nur sehenswert. In ihren bunten Kostümen führten sie Tänze vor, schlugen Rad und sangen. Die jeweiligen Aktionen waren toll einstudiert und brachten jede Menge Applaus. Auch der neue Schulchor glänzte. Entsprechend dem Motto des Tages trug er mittelalterliche Musik vor. Begleitet wurde er von der eigenen „Hausband“, einer fünfköpfigen Formation, die sich aus Schülerinnen und Schülern der Grundschule rekrutierte. Auf dem Fest wurde so ziemlich alles geboten, was Kinderherzen höher schlagen lässt. Geschicklichkeitsspiele, das Hangeln unter einer „Brücke“ hindurch, Filmvorführungen, Disko und natürlich auch Karaoke.

Müller dankte im Verlaufe des Tages allen Sponsoren und Helfern: „In Nachrodt leben wir noch das Gemeinwohl.“ Sein ganzer Stolz ist der neue Medienraum, in welchem auch die Filmvorführungen stattfanden. Die dort installierte Technik befindet sich auf dem neuesten Stand. „Ganz im Gegensatz zu der Bestuhlung“ schmunzelte Müller. „Die stammt noch hier aus der Schule und ist mindestens 50 Jahre alt“. Alle Stühle wurden jedoch nach einer Idee der Lehrer liebevoll restauriert. Müller selbst wird die Schule zum 11. Januar 2011 verlassen. „Diesen Termin habe ich ganz bewusst gewählt“, erklärte er. Denn er sei an einem 12. Januar geboren worden. Nach 17 Jahren als Leiter trete er dann in den Ruhestand. Er hoffe, dass es gelingen werde, einen kompetenten Nachfolger zu finden. - hb

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