Schulen: Unschöne Zahlen

Symbolfoto.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Wandel, der demographische, er hat in fünf oder Sechs Jahren Folgen: Die Nachrodter Grundschule wird mit 27 Schülern nur noch einzügig laufen und die Wiblingwerder Schule wird mit 16 Erstklässlern an der Grenze zum Erlaubten stehen.

Diese Zahlen auf Grundlage der Geburten 2010 nannte Fachbereichsleiterin Gabriele Balzukat auf Anfrage. Den jeweiligen Schulen hatte sie die Kinder nach ihrem aktuellen Wohnort zugeordnet. Es kann es also noch erfahrungsgemäß Verschiebungen geben. Und dann noch die Konsequenz für die Nachrodter Hauptschule: Gut 35 Prozent der abgehenden Grundschüler besuchen diese Schulform - 15 Schüler würden dann dort für die fünfte Klasse eingeschult - zu wenig. Sinkt die Übergangsquote weiter, sieht es ganz schlecht aus.

Diese Konsequenzen ergeben sich möglicherweise für die Schullandschaft der Doppelgemeinde. Angesichts dieser Zahlen scheint eine Neuorganisation der Schulentwicklungsplanung für die Gemeinde wohl nötig, ganz zu schweigen von Konsequenzen für die Kindertagesstätten. Was die Schulen anbelangt, so wird schon im politischen Raum über den Fortbestand einzelner Schulen spekuliert.

Kreisweit sinkt die Zahl der I-Dötzchen in den nächsten zehn Jahren um nahezu 25 Prozent. So hieß es jüngst im Demographiebericht vor dem Kreistag. Gottlob wird für die Doppelgemeinde eine Entwicklung prognostiziert, die nicht ganz so dramatisch ist. Die Gemeinde schrumpft nur leicht. Die Zahl der Neugeborenen pendelt sich auf um die 50 pro Jahr ein.

Wie dem auch sei, was den Erhalt der Albert-Schweitzer-Hauptschule anbelangt, so hängt das auch von der Landespolitik ab. Hier gibt es aktuell Veränderungen. Die CDU NRW rückt offenbar von ihren bisherigen Positionen ab, präsentierte ein Konzept für Verbundschulen, sieht den flächendeckenden Bestand der Hauptschule nicht mehr garantiert. Ein Kompromiss mit der Landesregierung scheint nahe und der Weg könnte für etwas Neues frei werden.

Die zuständige Fachbereichsleiterin der Gemeinde, Gabriele Balzukat, verwies natürlich auch auf die aktuelle politische Entwicklung. Anfragen an die Nachbarstädte Altena und Iserlohn in Sachen Schulkooperation seien bereits gestellt worden. Habe man seitens Altena Interesse signalisiert, hätten sich die Iserlohner bislang noch nicht gerührt, sagte Balzukat.

Bleibt noch der Blick in die jüngere Vergangenheit: Noch 2004 wurde die Existenz der Wiblingwerder Dorfschule in Frage gestellt: Für das Schuljahr 2009/2010 wurden für die Dorfschule gerade einmal zehn Erstklässler prognostiziert. Es kam ganz anders - das Neubaugebiet Niggenhuser Hof lockte genügend Familien nach Wiblingwerde - die Neubürger sind eine Bereicherung. Die Ausweisung des Baugebietes war damals offenbar eine strategisch richtige Entscheidung. ▪ Peter von der Beck

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