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Schulden: So steht‘s um Nachrodts Kasse

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Von: Thomas Bender

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Euro-Münzen gestapelt
Einen Haufen Geld eingespart hat der Starnberger Stadtrat (Symbolbild). © Oliver Berg/dpa

Trotz Sparzwang hat Nachrodt mehr Schulden als noch vor zehn Jahren. 15,4 Millionen Euro Schulden sind es aktuell etwa. Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Die Lage in Altena sieht deutlich anders aus.

Altena/Nachrodt – Rat und Verwaltung dürfen sich in Altena auf die Schulter klopfen: Nur zwei weitere Städte im Märkischen Kreis haben in den vergangenen zehn Jahren beim Schuldenabbau ähnlich große Fortschritte gemacht wie die Burgstadt. Ein Wermutstropfen aber bleibt: Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 4695 Euro deutlich über der von NRW (3352 Euro) und dem Durchschnitt aller MK-Kommunen (2893 Euro).

Der eigentliche Kernhaushalt weist noch Schulden von knapp 53,8 Millionen Euro aus, das sind 19,2 Prozent weniger als 2010. Die investiven Kredite gingen dabei sogar um 29,2 Prozent auf 20,4 Millionen Euro zurück. Die Kassenkredite – das sind Schulden, die zur Deckung laufender Kosten aufgenommen wurden – gingen um gut elf Prozent auf 33,3 Millionen Euro zurück. Die Schulden der kommunalen Eigenbetriebe (Bauhof, Bäder, Abwasserwerk) sanken in den vergangenen zehn Jahren um 13,4 Prozent. Sie betragen jetzt noch 24,3 Millionen Euro.

Ein Grund für die positive Entwicklung ist natürlich die Situation auf dem Kapitalmarkt. Um größtmöglichen Nutzen aus der Niedrigzinsphase schlagen zu können, hat die Stadt zusammen mit der Hessischen Landesbank ein Kreditmanagement installiert.

Nachrodt: 800.000 Euro mehr Schulden als 2010

Besser war im Märkischen Kreis zum einen die Stadt Lüdenscheid, deren Schuldenstand seit 2010 um 57 Prozent zurückging. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt dort nur 892 Euro. In Werdohl sank dieser Wert seit 2010 um knapp elf Prozent auf 3552 Euro. Wie Altena ist Werdohl Stärkungspaktkommune und erhielt deshalb zwischen 2011 und 2020 vom Land NRW Finanzhilfen in Millionenhöhe.

Das war aber nicht der einzige Grund für den Schuldenabbau, wie ein Blick auf andere Stärkungspaktkommunen wie Nachrodt-Wiblingwerde oder Halver zeigt: Dort stiegen die Verbindlichkeiten trotz der Landeshilfen. Blick nach Nachrodt: Die kommunale Verschuldung nahm dort in den vergangenen zehn Jahren um etwa 800 000 auf 15,4 Millionen Euro zu. Die Pro-Kopf-Verschuldung stieg auf 2371 Euro und liegt damit deutlich unter dem NRW-Durchschnitt.

IT.NRW stellt übrigens auch fest, dass Corona sich im Jahr 2020 nicht auf die kommunalen Haushalte ausgewirkt hat. „Grund sind die Ausgleichszahlungen des Landes NRW und des Bundes zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen durch die Coronapandemie, mit denen die Städte und Gemeinden ihre Mindereinnahmen kompensieren konnten“, schreibt der Landesbetrieb. 

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