Schornsteinfeger heben die Gebühren an

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Im Vorstand der Siedlergemeinschaft Nachrodt-Einsal blieb alles beim Alten – nur Martina Humme wurde zur neuen Kassenprüferin gewählt. Stattliche 435 Mitglieder hat der Verein derzeit. „Wir sind kein kleiner Verein“, betonte der Vorsitzende Horst Humme (3. v.r.). J

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Rechtsgrundlage, auf der die deutschen Schornsteinfeger bisher tätig waren, ändert sich zum 1. Januar 2013: Dann wird der Wettbewerb unter den Anbietern der entsprechenden Dienstleistungen mit Einschränkungen geöffnet. Wer seinem bisherigen Bezirksschornsteinmeister das Vertrauen entziehen will, hat dann Gelegenheit dazu.

Dass ein solcher Wechsel nicht unbedingt sinnvoll ist, machte am Dienstagabend Bernhard Mertens, Obermeister und Geschäftsführer der Schornsteinfeger-Innung für den Regierungsbezirk Arnsberg, deutlich. „Muss ich mir jetzt selbst einen Besen kaufen?“, fragte eingangs des Vortrags Horst Humme, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Nachrodt-Einsal, die den Referenten eingeladen hatte.

Mertens erklärte gut 30 Mitgliedern die neuen Rechtsgrundlagen und warb für den guten alten Bezirksschornsteinfeger. Dabei machte der deutlich, dass die Innung die kommende Liberalisierung des Berufsbildes nicht besonders fürchtet. Seitdem der Wettbewerb im Schornsteinfeger-Handwerk im Jahr 2008 teilweise freigegeben wurde, sei „kein einziger rübergekommen“, sagte Mertens mit blick auf die östlichen EU-Nachbarn. In den Niederlanden verdienten die Schornsteinfeger erheblich mehr – deshalb sei auch von dort niemand gewillt, einen Kehrbezirk in Deutschland zu übernehmen. Und in England gebe es immer noch eine derart dichte und deshalb feuergefährliche Bebauung, dass das Land einen großen Bedarf an englischsprachigen Schornsteinfegern habe.

Natürlich spielt die Frage der Kosten, die durch mehr Wettbewerb möglicherweise zu drücken sind, eine große Rolle, auch in dem Vortrag. Mertens versicherte, dass die Schornsteinfeger ihre Gebühren seit dem Jahr 2008 nicht mehr erhöht hätten. Angesichts der erheblich gestiegenen Betriebskosten für die Fahrzeuge würden die heimischen Schornsteinfeger ihre Gebühren im kommenden Jahr voraussichtlich um fünf bis sechs Prozent erhöhen. Das werde es dann aber voraussichtlich auch gewesen sein. Für dieses Geld leiste der Bezirksschornsteinfeger sehr viel, betonte Mertens: Er nehme hoheitliche Aufgaben bei der Beaufsichtigung der Feuerstätten wahr, führe das elektronische Kehrbuch und kümmere sich um Fragen des Umweltschutzes und der Energieeinsparung.

„Investieren Sie in Sicherheit, und Sicherheit kostet auch Geld!“, appellierte Mertens an die Mitglieder der Siedlergemeinschaft, die sich bei dieser Gelegenheit auch über Rauchmelder informieren ließen. ▪ thk

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