Schon nach der Alarmierung voll versichert

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Riskanter Einsatz der Feuerwehr - hier nach einem Sturm. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Vor kurzem blies Gemeindebrandinspektor Michael Kling einen Einsatz der Kollegen ab. Zu gefährlich erschien ihm die Situation im Sturm und im Dunkeln. Die betroffene Straße wurde gesperrt, die umgefallenen Bäume blieben liegen. Experten mussten sich anderntags um die Bäume kümmern.

Das Risiko bei Feuerwehreinsätzen wird möglichst minimiert und Michael Kling hat natürlich die Fürsorgepflicht für seine Mannen. Doch Unfälle lassen sich nicht vermeiden. Michael Kling berichtet von Bänderrissen, Verbrennungen, Rückenverletzungen. Das komme gottseidank selten vor, ein bis zwei Mal pro Jahr - mehr sei das nicht, so schätzt er. Und Kling hält die Absicherung der Feuerwehrmänner für recht umfassend. Über die üblichen Standards hinaus kümmere man sich um die Verletzten. „Da wird viel getan, was die Absicherung anbelangt“.

In der Tat: So heißt es in offiziellen Verlautbarungen der Unfallkasse NRW, dass über die Kostenübernahme hinaus auch Verletztengeld bei Verdienstausfall, Versorgung mit Hilfsmitteln, Übergangsgeld und diverse Mehrleistungen gewährt werden. Wenn jemand seinen Beruf nicht mehr ausüben könne, helfe man mit Beratungsgesprächen und gegebenenfalls der Finanzierung einer Umschulung. Und es gibt Renten, gestaffelt nach dem Grad der Versehrtheit laut Sozialgesetzbuch. Und: „Versichert ist man bereits am dem Zeitpunkt der Alarmierung“, sagt Anke Wendt, Mitarbeiterin im Dezernat Feuerwehr der Unfallkasse NRW. Und im schlimmsten Fall der Fälle, beim tödlichen Unfall des ehrenamtlichen Feuerwehrmannes, würden Mehr-Leistungen gewährt. So gebe es eine einmalige Leistung in Höhe von 30 000 Euro, eine Hinterbliebenenrente abgestimmt auf den jeweiligen Einzelfall, es gebe eine Mehrleistung, die ein fünftel des Jahresarbeitsverdienstes umfasse und die Erhöhung des gesetzlichen Sterbegeldes auf 6000 Euro.

Versichert sind auch alle anderen Ehrenamtlichen. „Vorausgesetzt, dass die ehrenamtliche Tätigkeit im Auftrag einer Schule, einer Körperschaft oder einer Anstalt des öffentlichen Rechts erfolgt und unentgeltlich ist. Versichert ist außerdem, wer sich in Vereinen oder Verbänden im Auftrag oder mit Einwilligung von Kommunen ehrenamtlich engagiert“, heißt es in einer Veröffentlichung der Pressestelle der Unfallkasse. ▪ vdB

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