Schnelles Internet: Zweifel am Zeitplan für Ausbau

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Fixes Netz: Über die Ausbaupläne wurde im Planungsausschuss informiert.

Nachrodt-Wiblingwerde – Bis 2022 soll  es auch in den kleinen Weilern schnelles Internet geben. So das Versprechen. Doch es gibt große Zweifel.

Auch in den kleineren Weilern der Doppelgemeinde soll die Internetverbindung bald ordentlich Fahrt aufnehmen. Wann das sein wird, steht mit der Jahresangabe 2022 auf dem Papier. Das berichtete Sergej Rudsinski, Breitbandbeauftragter des Märkischen Kreises, in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses. „2022“, sagte aber Bürgermeisterin Birgit Tupat, „sehe ich noch nicht.“ 

Zum Hintergrund: In den letzten Jahren wurden von der kommunalen Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen für den Märkischen Kreis zusammen mit regionalen und überregionalen Netzbetreibern viele Projekte zum Breitbandausbau angestoßen. Diese Projekte umfassen sowohl die Verbesserung der Breitbandversorgung von Gewerbegebieten als auch Privathaushalte. 

Zwei Förderverfahren

Interessante Zahlen: Bislang wurde kreisweit ein Versorgungsgrad von rund 65 Prozent mit mindestens 50 Mbit/s und rund 80 Prozent mit mindestens 16 Mbit/s erreicht. Um die letzten Versorgungslücken zu schließen, wurden vom Märkischen Kreis zwei Förderverfahren eingeleitet. Dabei wurden sowohl Fördermittel nach dem regionalen Wirtschaftsförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen für den Breitbandausbau von Gewerbeansiedlungen beantragt, als auch für die Breitbandversorgung von Privathaushalten auf Grundlage der Richtlinie Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus beim Bundesministerium für digitale Infrastruktur in Berlin im Umfang von mehreren Millionen Euro. 

400 Haushalte sollen profitieren

Dort liegen aktuell entsprechende Förderanträge für den Märkischen Kreis. Der Erfahrungen mit diesen Anträgen auf Bundesförderung hätten jedoch bisher gezeigt, dass das Verfahren sehr zäh sei, berichtete Rudsinski. Im sogenannten „dritten Call“ geht es zum Beispiel um Siedlungsbereich mit mindestens zehn Haushalten. Rudsinski sprach von 40.000 Haushalten im Kreisgebiet, die davon profitieren können, und rund 400 Adressen in der Doppelgemeinde. Kreisweit müssen dazu etwa 1000 Kilometer Tiefbaustrecke realisiert werden.

 Das sei zweifellos „ambitioniert“. Auch kleinere Ortslagen und Einzelhäuser sollen ab dem Jahr 2022 im sogenannten „sechsten Call“ gefördert werden können. Aus einer von Rudsinski vorgelegten Übersicht geht hervor, dass von allen verfügbaren Adressen in der Doppelgemeinde rund 71 Prozent schon jetzt via Telekom oder Unitymedia mit Kapazitäten zwischen 50 und 400 Mbit versorgt werden können. 

Im sogenannten „dritten Call“ sieht die Übersicht jene 400 (genau 412) Adressen vor, die ebenfalls aus Bundesmitteln gefördert werden können – allerdings im Gigabitbereich, also mit stolzen 1000 MBit. Gerd Schröder (SPD) merkte an dass die Entwicklung schleppend verlaufe. „Wir hinken doch ganz schön hinterher.“ Er wies dabei auf die Äußerungen der Bundeskanzlerin hin, die davon gesprochen hatte, dass ganz Deutschland bis zum Jahr 2014 mit Breitband versorgt werden soll.

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