Mit der zweitbesten Lösung ins Internet

Auf der grünen Wiese ins Internet: Das soll demnächst auch in mehr Bereichen der Gemeinde möglich sein. Foto: Telekom

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Schnelles Internet ist seit Jahren ein Thema in der Doppelgemeinde. Längst nicht in allen Teilen verfügen die Verbraucher über Internetverbindungen nach dem neusten Standard. Dass soll sich jetzt verbessern.

Zwar ist seit einiger Zeit ein Funkzugriff auf das Netz mit Übertragungsraten bis zum 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich, aber diese Anbindung nach dem LTE-Standard der vierten Generation (4G) ist nicht überall verfügbar. Mancherorts gab es bis vor kurzem nur langsame Verbindungen nach den mittlerweile veralteten Mobilfunkstandards der zweiten Generation (2G).

Ab sofort könne die Bevölkerung von Nachrodt-Wiblingwerde „mit Hochgeschwindigkeit mobil im Internet surfen“, hat am Mittwoch die Telekom mitgeteilt. Der Telekommunikationsriese mit Sitz in Bonn hat sein Mobilfunknetz nach eigenen Angaben in der Doppelgemeinde um den Mobilfunkstandard UMTS erweitert. Damit sollen sich Texte, Bilder und Musik mit bis zu 42,2 Megabit pro Sekunde (MBit/s) empfangen lassen.

Was sich zunächst revolutionär neu anhört, ist tatsächlich ein Kompromiss. „Wir schließen damit die Lücke zwischen 2G und 4G“, erklärte Telekom-Pressesprecher André Hofmann am Mittwoch im Gespräch mit dieser Zeitung. Mit anderen Worten: Den Mobilfunkstandard der vierten Generation kann die Telekom nicht überall in Nachrodt-Wiblingwerde anbieten, sie tröstet die Verbraucher stattdessen mit der zweitbesten derzeit verfügbaren Lösung. Mit 2G erzielt man Übertragungsraten bis zu 220 Kilobit pro Sekunde, 3G bietet eine Übertragungsgeschwindigkeit von 42 Mbit/s, ist also fast 200 Mal so schnell.

An den LTE-Standard mit bis zu 100 Mbit/s kommt die UMTS-Technologie aber nicht heran. Dafür sind die Kosten für UTMS auch deutlicher geringer. Der Einsteigertarif für mobiles Surfen und Telefonieren kostet bei der Telekom 17,95 Euro pro Monat. Eine leistungsfähigere Internet- und Telefon-Flatrate via LET kostet bei der Telekom mindestens doppelt so viel.

Die Telekom wolle ihr Mobilfunknetz jedoch noch weiter ausbauen, kündigte André Hofmann gestern an. Ziel der Telekom sei es, möglichst vielen Menschen einen schnellen Internetzugang zu bieten, der ein wichtiger Standortfaktor sei. Dabei setze das Unterehmen auf einen „intelligenten Technologie-Mix“. Offensichtlich will das Unternehmen damit der rasant steigenden Anzahl von mobilen Internetzugängen durch den Boom von Smartphones und Tablet-PCs Rechnung tragen.

Von UMTS profitieren nicht nur Besitzer mobiler Geräte, sondern auch Benutzer von Computern. Auch PCs können nämlich Daten über die Luft empfangen und versenden. Benötigt wird dafür allerdings ein so genannter UMTS-Stick, der wie ein Handy mit einer SIM-Karte ausgestattet ist und an einer USB-Schnittstelle mit dem Computer verbunden wird. - Volker Griese

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