Schnelles Internet für die Höhendörfer

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Jörg und Sonja Schneider aus Veserde sind Vodafones LTE-Vertriebspartner für die Doppelgemeinde. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Alle Versuche, die Höhendörfer der Doppelgemeinde mit schnellem Internet zu versorgen, sind bisher gescheitert. Zuletzt führte auch eine Initiative der Gemeinde zusammen mit den Stadtwerken Iserlohn nicht zum gewünschten Erfolg. Mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE ((Long Term Evolution) scheint jetzt eine Lösung gefunden worden zu sein.

Seit wenigen Wochen bietet das Mobilfunkunternehmen Vodafone für Wiblingwerde und Umgebung nach eigenen Angaben „Turbo-Internet“ via Funk an. Dabei kommt das Signal von Sendemasten in Iserlohn (Grürmannsheide, Lössel) oder Lüdenscheid. Bewohner von Wiblingwerde, Veserde, Rennerde und anderen Orten auf den Höhen können es in den allermeisten Fällen ohne zusätzliche Außenantennen mit einem Internet-Stick oder einem W-Lan-Router empfangen. „Probleme gibt es derzeit noch in den tiefer gelegenen Gebieten wie zum Beispiel Wörden“, sagt der Veserder IT-Spezialist Jörg Schneider, der Vodafone-Vertriebspartner für Nachrodt-Wiblingwerde ist. Er geht allerdings davon aus, dass auch diese weißen Flecken durch den sukzessiven Ausbau der Infrastruktur noch beseitigt werden.

Mit LTE sind laut Vodafone Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens drei Megabit pro Sekunde bis zu 50 Megabit pro Sekunde – je nach Standort – möglich. Damit sei das mobile Internet der vierten Generation ebenso schnell, sicher und leistungsstark wie ein Festnetzanschluss, verspricht das Unternehmen. Konkret lässt sich dieses am Beispiel eines Musik-Downloads verdeutlichen: Mit der alten GSM-Technologie dauerte der Download des Beatles-Albums „Abbey Road“ noch mehr als zweieinhalb Stunden. Dank LTE sollen alle diese Beatles-Songs schon nach wenigen Sekunden auf der Festplatte liegen.

Die neuen LTE-Zuhause-Tarife für das turboschnelle Internetsurfen staffeln sich nach Geschwindigkeit und Datenvolumen. Sie liegen zwischen knapp 20 Euro monatlich für die kleinste Variante mit einer Down-loadgeschwindigkeit von 3,6 Megabit/Sekunde und knapp 60 Euro monatlich für die Maxi-Variante mit 50 Megabit/Sekunde.

Für Jörg Schneider und seine Ehefrau Sonja, die LTE-Verträge für Vodafone in Wiblingwerde und Umgebung verkaufen, ist die Anbindung auch der Höhendörfer an das schnelle Internet längst überfällig. Insbesondere für Unternehmen sei das ein wichtiger Standortfaktor, wissen die Veserder aus eigener Erfahrung. „Heute kommt keine Branche mehr ohne schnelle Internetverbindung aus. Sogar die Bauern brauchen das, denn immer mehr Internetangebote sind auf hohe Datentransferraten ausgelegt“, haben sie festgestellt.

Nach ihrer Erfahrung funktioniert die LTE-Technologie rund um Wiblingwerde sehr gut. „Je nach Lage und Tageszeit erreicht man hier Übertragungsraten von 3,6 bis 40 Megabit“, sagt Jörg Schneider. Und das spreche sich derzeit schnell herum in den Höhendörfern. „Das Interesse an LTE ist sehr groß – die Skepsis allerdings auch“, weiß er, dass sich viele nach Turbo-Internet sehnen, der Technologie aber noch nicht so recht trauen. Für Verunsicherung hätten zudem in den letzten Wochen dubiose Vertreter gesorgt, die an den Haustüren als Vodafone-Mitarbeiter aufgetreten seien und den Bürgern – wohl unter Vorspiegelung falscher Tatsachen – Verträge angedreht hätten. „Jetzt kommen die Leute auf uns zu und wollen das wieder rückgängig machen“, ärgert sich Jörg Schneider.

Von der LTE-Technik selbst ist der Computerspezialist aus Veserde jedoch überzeugt. „Internet via Funk ist die Technik von morgen“, glaubt er, dass sich dieser Weg der Datenübertragung gegenüber der Kabeltechnik durchsetzen wird. Und gegenüber der kabelgebundenen DSL-Technik biete LTE schon jetzt einen Vorteil: „Die Uploadgeschwindigkeiten sind wesentlich höher“, sagt Schneider. Das ist interessant für Internetnutzer, die große Datenmengen verschicken wollen, beispielsweise für ein Fotobuch vom letzten Urlaub. Für das Herunterladen von Spielfilmen in HD-Qualität sei das jetzt angebotene Turbo-Internet von Vodafone dagegen noch nicht unbedingt geeignet, schränkt Schneider ein, weil die Tarife volumenabhängig seien: Sobald das monatliche Datenvolumen erschöpft ist, sinkt die Übertragungsrate. Damit will der Betreiber eine Überlastung seines Netzes verhindern. ▪ vg

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