Vorbereitung auf möglichen Schneesturm

Nichts ging mehr auf den Höhen rund um Wiblingwerde.

NACHRODT/KREISGEBIET ▪ Schneechaos im Märkischen Kreis. Tagelange Schneefälle, Neuschnee bis zu 80 Zentimeter über Nacht. Ein Schreckensszenario, auf das sich der Krisenstab des Märkischen Kreises in einer Übung vorbereitete.

Der Verkehr bricht in weiten Teilen des südlichen Kreisgebietes völlig zusammen. Auf der Autobahn und der Bundesstraße 54 stecken mehrere Hundert Autofahrer in ihren Fahrzeugen fest. Eingestürzte Dächer, verendete Tiere, Stromausfälle in Altena, Neuenrade, Herscheid und Nachrodt-Wiblingwerde. Von der Außenwelt abgeschnittene Ortschaften, 18 vermisste Personen. In Veserde müssen 300 Menschen evakuiert und in einem Hotel untergebracht werden.

Ein Schreckensszenario, das so niemand erwartet hat, schon gar nicht im Oktober. Glücklicherweise ist alles nur eine Übung für den Krisenstab des Märkischen Kreises. Fast 15 Stunden lang herrschte am Freitag und Samstag im Katastrophenschutz- und Lagezentrum des Lüdenscheider Kreishauses Hochbetrieb. 70 Vertreter verschiedenster Institutionen und Hilfsorganisationen übten den Ernstfall.

Vom Einsatz der Hilfskräfte über die Beschaffung von Lebens- und Streumitteln, der Versorgung von Eingeschlossenen bis hin zur Einrichtung von Bürgertelefon, Personenauskunftsstelle und die Medienarbeit hatten die Übungsteilnehmer alle Koordinierungs- und Lenkungsaufgaben für ein solches Großschadensereignis zu erfüllen. Sie steuerten insgesamt 2 410 virtuelle Einsatzkräfte. Weitere Helfer werden über die Bezirksregierung angefordert.

Aufmerksam und kritisch begleitet wurde die Übung von „firmitas“, dem Institut für Wirtschafts- und Sicherheitsstudien in Witten. Dessen Fachleute werden die Übung jetzt auswerten und ihre Ergebnisse in einigen Wochen dem Krisenstab vorstellen. ▪ pmk

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