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Schmuck aus Teebeutel-Hüllen

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Von: Susanne Fischer-Bolz

Andrea Gruß überreicht die Spende an Ulrich Knoop, den stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins Gartenhallenbad.
Andrea Gruß überreicht die Spende an Ulrich Knoop, den stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins Gartenhallenbad. © Fischer-Bolz, Susanne

Das Leben ist zu kurz, um langweiligen Schmuck zu tragen: Und so kommen die Ketten und Armbänder aus Teebeutel-Hüllen gerade recht und erleben in Nachrodt einen kleinen Boom. Andrea Gruß ist die Schmuckkünstlerin, die einen Teil ihres Verkaufserlöses nun an den Förderverein des Gartenhallenbades gespendet hat.

Nachrodt-Wiblingwerde – Man sollte nicht mit ihnen ins Wasser springen, aber ansonsten sind die Ketten robust. Sie bestehen aus dem besagten Teekuvert-Papier und aus Magneten. Manche haben Jade eingearbeitet, andere Perlen und Steine. „Jade ist dafür bekannt, dass sie für innere Harmonie steht“, erzählt Andrea Gruß. Orange-Ingwer oder „Wahre Liebe“: Die Teesorten spielen keine Rolle, wohl aber die Verpackung. Aus den Kuverts werden Dreiecke geschnitten, die dann mit einem selbst gebauten Pikser aufgerollt werden. „Wenn das festgeklebt ist, werden sie mithilfe von Zahnstochern lackiert. Nach dem Trocknen fädelt man sie auf und taucht sie in Speziallack“, erklärt Andrea Gruß das filigrane Vorgehen.

Jede Kette ist individuell

Erfunden hat sie den Schmuck nicht. Vor ein paar Jahren hatte sie sich selbst so eine Kette in Holland gekauft. „Ich habe sie zweimal getragen und sie ist kaputt gegangen. Da habe ich mich tierisch aufgeregt. Denn so billig war sie nicht“, sagt die Nachrodterin, die den Schmuck nun selbst macht. „Ich habe so lange ‘rumgefummelt, bis es geklappt hat“, so die 49-Jährige schmunzelnd, die das Material nur bei deutschen Unternehmen bestellt.

Jede Kette ist individuell gestaltet. Nachdem es im stillen Kämmerlein immer besser klappte, ging Andre Gruß mit ihrem Schmuck an die Öffentlichkeit und stellt ihn nun im Salon Ilona und beim Podologen Kemal Runau aus. Von jeder verkauften Kette geht ein Euro an das Gartenhallenbad. Auch bei der Buchhandlung Katerlöh in Altena gibt es das Teetüten-„Geschmeide“.

Teetütchen werden gespendet

Eigentlich ist Andrea Gruß Kaffeetrinkerin und hat mit Tee wenig an der Mütze. Ihr Schmuck hat dies nicht geändert. Die Teetütchen bekommt sie oft geschenkt. „Nachdem es die Runde gemacht hat, bekomme ich ganz viele“, erzählt Andrea Gruß. Plötzlich stehen Teepakete mit leeren Tüten vor der Haustür an der Bachstraße. „Jetzt ist schon die ganze Familie eingebunden. Ich zeichne ein, Mama ist die Schnibblerin, Manni kümmert sich um den Lack“, freut sich die Nachrodterin. Besondere Ketten sind übrigens diejenigen mit Abendschimmer-Perlen. „Sie laden sich über Tag auf und wenn es dunkel wird, leuchten sie dezent grün.“

Fünf Stunden für eine Kette

Vier bis fünf Stunden dauert die Fertigung einer Kette, für die sechs Tee-Tütchen gebraucht werden und die Andrea Gruß für zehn Euro verkauft.

115 Euro sind für den Förderverein des Gartenhallenbades zusammengekommen. Über diese schöne Geste freute sich der stellvertretende Fördervereinsvorsitzende Ulrich Knoop bei der Übergabe: „Es ist so schön, dass das Gartenhallenbad immer wieder Unterstützung erfährt. Das signalisiert uns, dass das Gartenhallenbad gut für unsere Gemeinde ist.“ Einnahmequellen wie der Trödel- oder der Weihnachtsmarkt fielen der Pandemie zum Opfer, sodass jede Spende für den Verein hochwillkommen

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