Politiker in Sorge um das Jugendzentrum

Birgit Hirt (SPD) stieß in der Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses eine Diskussion über die Zukunft des Jugendzentrums an.

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Zeitpunkt der Schließung des Jugendzentrums „Nachrodter Kurve“ rückt näher. Jetzt machen sich Politiker Sorgen um die zeit danach.

Wirft man im Haushaltsplan der Gemeinde einen Blick auf den Bereich des Jugendzentrums, fällt auf, dass Geld für diese Einrichtung nur noch für das Jahr 2015 eingeplant ist. Die Spalten für die Jahre ab 2016 bleiben – bis auf kleine Euro-Beträge – leer. Was keine Überraschung ist, denn die Schließung des Jugendzentrums gehört zu den Maßnahmen, mit denen die Gemeinde bis zum Jahr 2021 ihren Haushalt sanieren will.

In der Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses am Donnerstagabend wies Birgit Hirt (SPD) auf diesen Umstand hin: Es bereite ihr „Bauchschmerzen“, wenn sie daran denke, dass das Jugendzentrum Ende 2015 geschlossen werden solle, sagte sie und richtete einen Appell „an alle, einen Weg zu finden, das Jugendzentrum weiter zu betreiben, damit wir unsere Kinder und Jugendlichen nicht verlieren“. Viel Widerspruch erhielt sie nicht, allerdings wies Marion Kreuder-Rathmann (CDU) auf die geringe Besucherzahl – beispielsweise bei der kürzlich stattgefundenen Halloween-Party – hin. Auch für Anne Klatt (UWG) war die Anzahl der regelmäßigen Besucher im JZ ein Kriterium. Für 2015 erwartet die Gemeindeverwaltung eine jährliche Besucherzahl von 4000.

Für die Ausschussvorsitzende Susanne Jakoby (SPD) spielte die Anzahl der jungen Nachrodter und Wiblingwerder, die das JZ regelmäßig aufsuchen, dagegen nur eine untergeordnete Rolle. „Es gibt Kinder und Jugendliche, die die offene Jugendarbeit brauchen. Wenn wir die Mittel dafür streichen, gehen uns diese Kinder verloren“, prognostizierte sie, dass die öffentliche Hand für auf die schiefe Bahn geratene junge Leute später möglicherweise mehr Mittel aufbringen müsse. Auch sie rief deshalb dazu auf, „alles daran zu setzen, ein Angebot für die Jugendlichen vorhalten zu können, damit sie einen Anlaufpunkt haben“.

Für 2015 stehen für das JZ Aufwendungen in Höhe von rund 117 000 Euro im Haushalt. Die Erträge – vor allem Zuwendungen des Märkischen Kreises – belaufen sich auf rund 72 000 Euro. Unterm Strich kostet die Gemeinde die offene Jugendarbeit also rund 45 000 Euro pro Jahr. - Volker Griese

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