Baugenossenschaft fährt 367000 Euro Verlust ein

Der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Joergens wurde nicht wiedergewählt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Hinter verschlossenen Türen trafen sich die Mitglieder der Gemeinnützigen Baugenossenschaft jetzt zur Jahresversammlung. Über die wesentlichen Beschlüsse informierte sie anschließend in einer Pressemitteilung.

Schwerpunkt der Versamlung waren demnach die Vorlage und die Beschlussfassung über den Jahresabschluss 2013 sowie die Wahlen zum Aufsichtsrat. Im Geschäftsjahr 2013 hatte die Baugenossenschaft einen Fehlbetrag von knapp 367 000 Euro erwirtschaftet, der nur durch eine Entnahme aus der Rücklage ausgeglichen werden konnte. Beeinflusst worden sei das Ergebnis vor allem beeinflusst durch stark erhöhte Instandhaltungsaufwendungen und durch geringere Erlöse aus Mieterträgen aufgrund zahlreicher Leerstände, erfuhren die Mitglieder.

Aufgrund dieses Ergebnisses hatte der Vorstand dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende an die 314 Mitglieder mit 825 Anteilen auszuzahlen. Der Aufsichtsrat war allerdings der Meinung gewesen, dass zumindest eine Dividende von einem Prozent ausgezahlt werden sollte. Deshalb sieht der Abschluss 2013 eine Entnahme aus den anderen Ergebnisrücklagen in Höhe von knapp 372 000 Euro vor, so dass ein Bilanzgewinn von gut 5000 Euro ausgewiesen werden konnte. Über dessen Verwendung habe die Mitgliederversammlung mehrheitlich entschieden, für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende auszuzahlen, sondern auf neue Rechnung vorzutragen, teilte die Genossenschaft mit. Schließlich habe die Versammlung den bereits vom Aufsichtsrat beschlossenen Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013 sowie den Bericht des Aufsichtsrates genehmigt. Außerdem habe die Versammlung dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Entlastung für das abgelaufene Geschäftsjahr erteilt.

Der Vorstand informierte die Mitglieder über die Bewirtschaftung des Immobilienbestandes. Die Genossenschaft habe im Geschäftsjahr sowohl öffentlich geförderte als auch frei finanzierte Wohnungen bewirtschaftet. Der Wohnungsbestand habe am Ende des Jahres 2013 neben 53 Häusern mit insgesamt 300 Wohnungen auch 76 Garagen, 54 Einstellplätze und ein Büro umfasst.

Nach wie vor bereiteten Leerstand und Fluktuation große Sorgen, teilte die Genossenschaft mit. Um dem Leerstandes entgegenzuwirken, wirbt die Baugenossenschaft mit Zeitungsinseraten, auf Online-Plattformen, auf ihrer eigenen Homepage und mit Werbung am Bürgerbus für ihre Wohnungen. Vor allem aber sei sie um eine Modernisierung von Wohnungen in ihrem Altbestand bemüht.

Die Aufwendungen für die Instandhaltung des Wohnungsbestandes seien im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen, berichtete die Genossenschaft. Nach rund 369 000 Euro im Jahr 2012 seien im vergangenen Jahr knapp 618 000 Euro investiert worden. Außer den üblichen Instandsetzungsmaßnahmen seien 20 grundlegende Wohnungs- und Bädersanierungen, Treppenhausrenovierungen sowie sonstige Erneuerungen von Fenstern, Türen und Elektroinstallationen mit einem Kostenvolumen von insgesamt 446 000 Euro vorgenommen worden. Darüber hinaus seien 237 000 Euro für energetische Teilmaßnahmen wie die Dämmung von Dachböden und Außenfassaden, für Wohnungszusammenlegungen und den Einbau eines Behindertenaufzuges ausgegeben worden.

Die monatliche Durchschnittskaltmiete in Wohnungen der Genossenschaft beträgt derzeit 4,04 Europro Quadratmeter gegenüber 4 Euro pro Quadratmeter im Vorjahr. Die notwendigen Mietanpassungen werde sie sozial verträglich gestalten und den gesetzlichen Spielraum für Mieterhöhungen nicht komplett ausschöpfen, kündigte die Genossenschaft an. Dies sei für langjährige Bestandsmieter, aber auch für Neumieter finanziell nicht zumutbar. „Hier unterscheiden wir uns deutlich von ihren Mitbewerbern“, erklärte die Genossenschaft.

Schließlich hatte die Mitgliederversammlung auch noch Wahlen durchzuführen. Der 73-jährige Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Joergens schied nach Ablauf seiner Amtszeit aus, hätte aber wegen Überschreitens der Altersgrenze ohnehin nicht wiedergewählt werden können. Aus diesen Gründen schied auch Günter Alex aus. Barbara Olschewski und Rita Joergens wurden zu neuen Aufsichtsratsmitgliedern bestellt, Heinz Herrmann erneut in den Aufsichtsrat gewählt.

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