Schlechte Nachrichten im Planungs- und Bauausschuss

Turnhallengebäude steht auf Pudding

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Feuchtigkeit schlägt sichtbar durch die Wand der Turnhalle. Der Boden gleicht einem Pudding.  

Nachrodt-Wiblingwerde – Amtshaus marode, Rastatt kaputt und jetzt auch noch die Turnhalle am Holensiepen neben dem Gartenhallenbad! Die Sorgenfalten der Nachrodt-Wiblingwerder Kommunalpolitiker werden immer größer. Das wurde während der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am Dienstag in der Sekundarschule einmal mehr deutlich.

„Wie geht es jetzt mit der Turnhalle weiter?“, fragte beispielsweise ein SPD-Ausschussmitglied in Richtung Verwaltungsbank. Die Antwort, die ihm und allen Kollegen Bauamtsleiter Dirk Röding gab, fiel so gar nicht zu seiner Zufriedenheit aus. Denn: Ein Gutachter gibt dem Bau vielleicht noch „zehn bis 15 Jahre“, sehe aktuell Sanierungsbedarf in einem hohen sechsstelligen Euro-Bereich. Röding teilte mit, dass beispielsweise in den Umkleiden die Fliesen von der Wand fallen und sich der Boden der Halle weiter setzt. Ein Abfangen dieser Setzrisse bedeute alleine einen Sanierungsaufwand an den Fundamenten in Höhe von 150 000 bis 250 000 Euro. Vom Hallenkörper gar nicht zu reden. Den setzte der Diplom-Ingenieur noch einmal geschätzt mit mehr als 200 000 Euro an. „Wollen wir das?“, fragte er. Michael Schlieck, CDU, bezeichnete die 1969 in Dienst gestellte Halle neben dem Gartenhallenbad „als unverzichtbare Turnhalle“ für die sporttreibenden Bürger, Schulen und Vereine der Gemeinde. Vehement wehrte sich Röding gegen Vorhaltungen, die Kommune beschäftigte stets nur einen bestimmten Gutachter, der fast immer nur Negativ-Nachrichten überbringe. Es habe verwaltungsseitig Ausschreibungen für die Fundament-Checks gegeben und die nötigen Gutachten seien nach außen an unabhängige Büros vergeben worden. Die Kommune brachte zwischenzeitlich sogenannte Gips-Marken an. Sie sollen Auskunft geben, wie schnell sich der „Pudding-Boden“, auf dem die Halle steht, weiter setzt. In sechs Monaten soll noch einmal über den Stand gesprochen werden. Röding: „Die Bude ist einfach in Bewegung.“ Die Politik müsse sich klar werden, ob das Gebäude abgerissen oder saniert werden solle. Auch wenn es neben dem Gartenhallenbad stehe. „Die Halle ist anders als das Bad, das auf gewachsenem Boden gegründet ist, errichtet worden. Die Halle steht auf aufgeschüttetem Grund.“

Wenn der Rat der Gemeinde im Rahmen des vorgeschriebenen Planfeststellungsverfahrens seine Stellungnahme zum Neubau der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung Kruckel-Dauersberg beschließt, wird er die von einem Bürger in einer öffentlichen Auslegung geäußerten Bedenken ausdrücklich teilen und an die beteiligten Behörden weiterleiten. Nachrodt-Wiblingwerde spricht sich im Übrigen für die Trassenvariante Wiblingwerde Ost aus. Auch wenn sich die beteiligten Unternehmen Amprion und Enervie künftig Masten teilen und weitere damit wegfallen, beharrt die Gemeinde auf den effektiven Schutz der umliegenden Wohnbebauung.

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