Schlagabtausch zwischen Herbel und Röll

Peter Herbel (l.) und Jürgen Röll (r.) sind derzeit nicht gut aufeinander zu sprechen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Dass CDU-Fraktionschef Peter Herbel ganz gerne einmal eine kritische Haltung gegenüber der Gemeindeverwaltung einnimmt, ist kein Geheimnis. Für Jürgen Röll, nach dem Ausscheiden von Bürgermeisterin Beatrix Naujoks gewissermaßen Chef der Verwaltung, hat er jetzt aber den Bogen überspannt.

Auf der Internetseite des CDU-Gemeindverbandes hatte Herbel im Dezember zum Verbalschlag gegen die Verwaltung ausgeholt. Sie sei „ein ganz armer Verein“ hatte er dort behauptet. Anlass für diese wenig freundliche Einschätzung hatte Herbel die Tatsache gegeben, dass Kämmerin Gabriele Balzukat die Einbringung des Haushaltsplanentwurfs auf Februar verschoben hatte, um gesicherte Zahlen vorlegen zu können. Es dränge sich der Verdacht auf, „dass der Rat hinter die Fichte geführt werden soll“, hatte Herbel daraufhin geschrieben. Einmal in Rage, ließ sich Herbel darüber aus, dass sich die Kämmerin bei der Aufstellung des Haushaltes 2011 um zwei Millionen Euro verschätzt habe und dass anschließend nicht die Verwaltung, sondern „der Fleiß der schaffenden Bevölkerung“ dafür gesorgt habe, „dass mehr Geld in die Gemeindekasse gespült wurde“. In seiner langjährigen Ratstätigkeit habe er „niemals so desolate Zustände kennen gelernt wie in den letzten Jahren“, fuhr Herbel fort. Deshalb müsse „sich auch niemand wundern, wenn die Gemeinde eines Tages an die Wand knallt“.

Jürgen Röll hat auf Herbels Vorwürfe und Verdächtigungen in der Ratssitzung am Montag reagiert und erklärt, der Verdacht, der Rat habe im Zusammenhang mit dem Haushaltsplan getäuscht werden sollen, sei unangemessen und abwegig. Inzwischen habe sogar die Aufsichtsbehörde empfohlen, über den Haushalt erst dann zu entscheiden, wenn das Sanierungskonzept vorliegt. Das kann noch bis Mitte des Jahres dauern. Röll weiter: „Es ist unzweifelhaft, dass es im täglichen Arbeitsleben zu Fehlern kommt und es Anlass zu Kritik gibt. Berechtigter Kritik stellen wir uns und werden uns bemühen, die Gründe dafür abzustellen. Wir wehren uns lediglich dagegen, dass Vorwürfe an den Haaren herbeigezogen und in der Form nicht akzeptabel erhoben werden.“

Mittlerweile hat Peter Herbel auf der Internetseite der CDU noch einmal nachgelegt. „In anmaßender und arroganter Weise“ habe Röll versucht, die Verwaltung in Schutz zu nehmen, ist da jetzt zu lesen. Es sei „ein starkes Stück“, dass Röll ein persönliches Schreiben an die Verwaltung zum Gegenstand der Erörterung in einer öffentlichen Ratssitzung gemacht habe. Von vertrauensvoller Zusammenarbeit zu sprechen, klinge in diesem Zusammenhang wie blanker Hohn. Rölls Konter auf die erhobenen Vorwürfe lässt Herbel abprallen: „Wenn Herr Röll glaubt, er könne mich mit seiner anmaßenden Kritik veranlassen, in Zukunft zu schweigen, dann hat er sich geirrt, denn hierzu fehlt ihm schlicht und einfach das Format.“ Herbels Erwiderung ist seit wenigen Tagen im Netz. Röll hat darauf bisher nicht reagiert. ▪ vg

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