Schimmel frisst sich durch Nachrodter Wohnung: Otto Mattkes Situation verschlimmert sich

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Dem Schimmel kann man quasi beim Wachsen zusehen. Otto Mattke in seinem Bad.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Ich traue keinem mehr über den Weg.“ Otto Mattke ist angezählt. Keine Frage. Und auch gesundheitlich angeschlagen. Der Schimmel frisst sich mittlerweile durch seine Wohnung.

Nachdem das AK im September über die Zustände an der Freiherr-vom-Stein-Straße 5 berichtet hatte, hat sich die Situation noch weiter verschlimmert. Dabei sollte doch alles besser werden. Und auch der Nachbar hat Kummer.

„Die Wohnung, so das Versprechen der Adler Real Estate damals, soll „bald so hergerichtet werden, dass Herr Mattke dort auch gut leben kann.“ Und zunächst sah es auch so aus, als wäre ein Happy End in Sicht. Das Ordnungsamt der Gemeinde hatte einen Gutachter vorgeschlagen, der die Schimmelproblematik in Augenschein nahm. Verantwortliche Leute gingen ein und aus – doch Otto Mattke lebt weiterhin im Dilemma. Nur das Wohnzimmer darf sich als solches bezeichnen. Im Bad kann man dem Schimmel beim Wachsen fast zusehen. Nässe. Immer noch das riesige Loch in der Wand. Schön sieht es auch nicht in der Küche aus. Und seit Ewigkeiten funktioniert die Heizung im Kinderzimmer nicht („mir faulen ja alle Sachen weg“).

Otto Mattke hat jetzt einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der Adler Wohnen auffordert, die bestehenden Mängel bis zum 31. Januar zu beseitigen. Auch die Miete für die 67 Quadratmeter große Wohnung im ersten Obergeschoss hat er um die Hälfte gekürzt. Aber er fühlt sich dennoch machtlos. „Ich bin richtig alle“, sagt der Nachrodter, der auf die anvisierten Bau-Trockner-Geräte wartet, die in der Küche und im Bad aufgestellt werden sollen. „Zum Glück kann ich auch mal das Nachtlager bei meiner Lebensgefährtin aufschlagen“, sagt Otto Mattke, der immer noch nicht ausziehen will. „Wohin soll ich denn? Es gibt keine Alternative.“ Es bestehe immer die Gefahr, dass man in eine geschminkte Wohnung ziehe, in der der Schimmel nach einem halben Jahr zum Vorschein komme. Außerdem kümmert sich Otto Mattke um seinen Vater, der ebenfalls in der Siedlung wohnt.

Auch Michael Wassilopoulos ist entsetzt über die Schimmelzustände in seiner Wohnung – gleich gegenüber von Otto Mattke.

Und doch scheint die alles entscheidende Frage zu sein, wie lange der Nachrodter noch durchhält. Mit seiner Gesundheit steht es nicht zum Besten: Verdacht auf ein Lungenemphysem. Zudem Augenreizungen und Hautausschlag. Von den blank liegenden Nerven, die eine Wohnung „in Schutt und Asche“ kaum noch verkraften, ganz zu schweigen. Das dürfte auch den Mann mit dem größten Durchhaltevermögen irgendwann kapitulieren lassen. Sein Nachbar jedenfalls möchte aufgeben, sucht nach einer anderen Wohnung. Michael Wassilopoulos ist entsetzt über die Schimmelproblematik in seiner Wohnung. „Am liebsten würde ich nach Boele ziehen“, sagt der 52-Jährige.

Eine AK-Anfrage bei Adler Real Estate blieb bisher unbeantwortet.

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