Vorsicht bei Quecksilber: Schadstoff-Experte gibt Tipps zum Umgang

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Dirk Bauer (links) sprach am Schadstoffmobil mit Florian Georg.

Nachrodt-Wiblingwerde – Nicht saugen, sondern fegen: Nicht der einzige Tipp zum Umgang mit gefährlichem Quecksilber, den die Besucher am Schadstoffmobil bekamen.

In manchen Haushalten gibt es sie noch, die Quecksilber-Thermometer. Man erkennt sie daran, dass statt einer roten oder blauen Messsäule eine silberne vorhanden ist. 

Doch Quecksilber ist gefährlich und kann nicht einfach entsorgt werden. Was zu tun ist, erklärte Florian Georg am Schadstoffmobil, zu dem wieder einmal einige Entrümpelungs-Fundstücke gebracht wurden. „Wenn ein Quecksilber-Thermometer kaputt geht, nicht aufsaugen. Dadurch entstehen kleine Flüssigkeitstropfen, die dann in der Luft sind und sich schließlich im menschlichen Körper ablagern können. 

Passiert das Malheur, sollte man das Quecksilber in ein Marmeladenglas fegen und zum Schadstoffmobil bringen. Nicht aufsaugen oder aufwischen, sondern auffegen“, erklärt Chemielaborant Florian Georg. 

Etliche Kartons voller Stoffe

56 verschiedene Stoffklassen werden am Schadstoffmobil angenommen. Beim jüngsten Nachrodt-Termin waren allerdings keine Kuriositäten dabei, obwohl ein Auto nach dem nächsten vorfuhr. 

Dirk Bauer hatte zum Beispiel seine Garage ausgeräumt und einen ganzen Kofferraum voller Gefundenes dabei. Lackfarben, Ölfarben und Putzmittel kamen ebenso wie alte Lampen, die eine Nachrodterin mitbrachte. „Man merkt, dass viele Häuser den Besitzer wechseln“, erzählte Florian Georg, der Kartons über Kartons auspackte und sortierte. Auch undefinierbare Dinge, die man so im Keller findet, sind beim Schadstoffmobil gut aufgehoben. 

Der Fachmann kennt sich aus, hat übrigens auch ein Quecksilber-Bindemittel an Bord, „sollte etwas kaputt gehen, aber nicht für große Mengen“. Als beim ersten Termin in diesem Jahr eine eineinhalb Liter-Flasche mit Quecksilber gebracht wurde, war auch Florian Georg überrascht. 

Oma bringt Radioaktives

Nur radioaktive Stoffe nimmt der Chemielaborant von Lobbe übrigens nicht mit. Was allerdings nicht jeder weiß: Seit 2006 hatte Florian Georg schon zweimal „das Vergnügen“: einmal in Menden, einmal in Balve. „In Balve kam eine alte Oma. Sie erzählte mir, dass ihr Vater an der Uni in Dortmund als Chemieprofessor gearbeitet habe und dann mal was mit nach Hause gebracht hätte.“ 

Normalität ist dagegen die Frage nach der richtigen Entsorgung von Farben und Lacken. Dispersionsfarben gehören nicht in die Schadstoffsammlung. Dispersionsfarbe ist eine weiße oder abtönbare Wand- und Deckenfarbe für den Innenbereich. Diese wasserbasierte Wandfarbe ist atmungsaktiv. Ohne Lösemittel und Weichmacher hergestellt, kann sie als geruchsneutral bezeichnet werden. Diese Farbe kann nach dem Eintrocknen über den Restmüll entsorgt werden. 

Dagegen gelten Lacke, auch wenn sie mit dem Umweltengel gekennzeichnet sind, als Sondermüll. Ebenso gehört der alte Kanister mit Motoröl, der beim Frühjahrsputz in der Garage zum Vorschein kommt, nicht in die Restmülltonne. 

Tropfen Öl verseucht Trinkwasser

Schon ein Tropfen Öl kann 1000 Liter Trinkwasser verunreinigen. Auch Altöl darf niemals einfach weggeschüttet werden. Für die Altölentsorgung bezahlt der Kunde bereits beim Kauf von neuem Öl. Jede Verkaufsstelle für Motor- und Getriebeöl ist laut Gesetz zur Rücknahme derselben Menge Altöl verpflichtet (auch Ölfilter und Öllappen). 

Bei den Altbatterien gibt es das Problem, das viele im Restmüll landen, obwohl alle unbrauchbaren Akkus und Batterien wieder eingesammelt werden müssen. Gerätebatterien und Akkus enthalten Wertstoffe, die sich durch das Batterierecycling zurückgewinnen und wiederverwerten lassen, aber auch Schadstoffe, die aufgrund ihrer umwelt- und gesundheitsschädigenden Wirkung nichts im Hausmüll zu suchen haben. 

Und auch ausgediente Elektro- und Elektronikgeräte gehören weder in den Hausmüll noch in die gelbe Tonne oder den gelben Sack. E-Schrott muss getrennt von anderen Abfällen entsorgt werden. Dagegen können abgelaufene oder nicht mehr benötigte Arzneimittel in die Hausmülltonne – und auf keinen Fall in die Toilette. Im Zweifel immer den Sondermüll mit zum Schadstoffmobil bringen. Florian Georg nimmt nicht nur (fast) alles mit, er berät auch.

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