Saubermachen im Gartenhallenbad: Vorher geht Feuerwehr baden

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Ungewohnter Anblick: das leere Becken im Hallenbad.

Nachrodt-Wiblingwerde – Eine große Putzaktion läuft derzeit im Gartenhallenbad. Auch die Technik kommt unter die Lupe. Doch vorher ging die Feuerwehr baden - samt Einsatzkleidung.

„Es ist total anstrengend, aber es zieht mich nicht so runter wie erwartet“, sagt Anna Triches und steigt tropfend und mit einer gehörigen Kraftanstrengung aus dem Wasser. 

In voller Montur ist sie mit ihren Feuerwehrkollegen Marvin Schmidt, Sascha Brosowski, Regina Tessmer, Ralf Bauersfeld und Michelle Mickoleit von den Löschgruppen Nachrodt und Wiblingwerde ins Becken des Gartenhallenbads gesprungen. 

Eins, zwei, hinein mit ihr: Auch der Spaß kam bei der Feuerwehrübung im Gartenhallenbad nicht zu kurz.

Was sonst nicht erlaubt ist, war an diesem Abend eine Übung. Wie fühlt es sich an, wenn man in Dienstkleidung jemanden aus dem Wasser ziehen muss? Eine spannende Erfahrung – verbunden mit einer gehörigen Portion Spaß –, als die Jüngste der Truppe ins kühle Nass geworfen wurde. 

Druckluftventil defekt

Nach der Feuerwehr-Aktion wurde das Wasser für die Grundreinigung des Bades abgelassen. Genauer: Es sollte abgelassen werden. Aber ein Druckluftventil war defekt. Es wurde von Johannes Fischer ausgetauscht, so dass dann doch alles fast nach Plan lief. 

In dieser und nächster Woche wird geschrubbt und das komplette Bad auf Vordermann gebracht. Ehrenamtliche und angestellte Reinigungskräfte geben sich mit Handwerkern die Klinke in die Hand: die Lüftung, die Filteranlage, die Sicherheitsbeleuchtung und die Chlorgasanlage werden gewartet. 

Keine größeren Schäden

Zudem werden die Sitzbänke, die Duschköpfe und die Armaturen entkalkt. Edith Hammerschmidt sorgt in den Pausen dafür, dass die Helfer und Helferinnen mit Essen versorgt werden. 

Größere Schäden gibt es im Bad augenscheinlich nicht. Nur eine einzige Fliese ist gebrochen. „Der aufregendste Zeitpunkt ist der, wenn das Wasser wieder eingelassen wird“, sagt Sabine Karisch, Vorsitzende des Trägervereins Gartenhallenbad. „Wenn dann eine Leitung defekt ist oder der Filter nicht richtig arbeitet.“ 

Wenn alles reibungslos läuft, dauert der Einlass etwa 14 Stunden, weil das Wasser über einen Wärmetauscher vorgewärmt wird. Ist das Becken gefüllt, wird das Wasser wieder aufbereitet. 

Unten im Keller, direkt unter dem Bad, ist die Technik, die auf den ersten Blick wie ein Labyrinth wirkt. Da gibt es beispielsweise neben vielen anderen Gerätschaften den Marmorkiesturm, der den PH-Wert auf einem bestimmten Level hält, und die Depolox-Anlage, die die Chlorzufuhr steuert und jedes halbe Jahr gewartet wird. Ein Kompressor erzeugt Druckluft und steuert die Ventile an. „Als ich das erste Mal hier war, habe ich mich verlaufen“, sagt Sabine Karisch, die sich in die Thematik so eingearbeitet hat, dass sie über alle Vorgänge rund um Messung, Regelung und Steuerung des gesamten Aufbereitungsprozesses im Schwimmbad genau bescheid weiß.

Bad als Löschteich

In sieben Stunden liefen übrigens die 350 Kubikmeter Wasser aus dem Becken ab, das jetzt schon mit einem Hochdruckreiniger gereinigt wurde. „Das Wasser fließt in die Kanalisation und spült die Kanäle der Gemeinde durch“, sagt Sabine Karisch. 

Das Bürgerbad zahlt wie jeder Haushalt Abwassergebühren – zwischen 9000 und 12 000 Euro im Jahr. Die Feuerwehrmänner und -frauen schauten sich vor der Schwimm-Übung auch die Feuerwehr-Entnahmestelle im Keller des Schwimmbades an. Denn im Notfall kann das Gartenhallenbad zum Löschteich werden. Sabine Karisch erklärt: „Dann wird aus dem Becken das Wasser gezogen.

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