Satellitengestützte „Schatzsuche“

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Ronni Zimmermann bei einem (nachgestellten) Fund am Lenneufer. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Nein, ein „Jäger des verlorenen Schatzes“ ist er nicht. Die Schätze, die Ronni Zimmermann sucht, sind nämlich nicht verlorenen gegangen – jemand hat sie vielmehr ganz gezielt dort deponiert, wo sie liegen. Von Thomas Keim

Und sie warten nur darauf, gefunden zu werden. Der Neu-Wiblingwerder Zimmermann geht einem Hobby nach, das immer beliebter wird: Geo-Caching. Dabei werden kleine Behälter an den unterschiedlichsten Stellen abgelegt, oftmals natürlich versteckt. Auf speziellen Caching-Seiten im Internet werden dann die genauen Koordinaten der Ablagestelle bekannt gegeben. Mit einem tragbaren Navigationsgerät kann man sich nun – der Kreuzpeilung der Geräte sei Dank – auf die Suche nach dem „Cache“ begeben. Wer ihn findet, hinterlässt seinen Namen oder ein Pseudonym in einem kleinen Logbuch, dass sich im Behälter befindet. Der erfolgreiche Sucher gibt seine Vollzugsmeldung zudem auf der Internetseite bekannt, der er die Koordinaten entnommen hat.

Das Hobby Geo-Caching an sich ist ein sehr junges, denn bis vor kurzem waren die (zivilen) GPS-Empfänger noch nicht präzise genug. Erst im Mai 2000, berichtet Ronni Zimmermann, wurde die zuvor gewollte künstliche Verschlechterung der GPS-Signale für zivile Zwecke abgeschaltet. Jetzt konnten auch Privatleute Empfänger nutzen, die die Position bis auf wenige Meter genau bestimmen können – vorher war das militärischen Zwecken vorbehalten. Gleich nach der Abschaltung hatte der Amerikaner Dave Ulmer die Idee, einen Behälter mit verschiedenen Tauschgegenständen im offenen Gelände zu verstecken und die Koordinaten im Internet zu veröffentlichen – eine neue Freizeitbeschäftigung war geboren. Weltweit gibt es etwa fünf Millionen Geo-Cacher, im Märkischen Kreis sind es nach Schätzungen von Zimmermann um die 150.

„Das Hobby ist prima, wenn man Bewegung haben möchte – man lernt viel von der Landschaft kennen und sieht Sehenswürdigkeiten“, so Zimmermann. Der Zeitvertreib sei zudem familien- und kinderfreundlich. Der 36-Jährige ist 2009 in die Szene eingestiegen und hat – mit Freundin und Hund  – schon 2400 Caches gefunden. Zimmermann nutzt die Webseite geocaching.com. Hier gebe es ein kontrolliertes Regelwerk – „und der Naturschutz steht im Vordergrund“.

http://www.dosensucher.de

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