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Sanierung steht an: Weitere Amtshaus-Mitarbeiter ziehen in Container

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Container hängen am Kran: Für die Zeit der Sanierung des Amtshauses und dem Bau des Anbaus arbeiten die Verwaltungsmitarbeiter in Bürocontainern auf dem Märkischen Platz.
Container hängen am Kran: Für die Zeit der Sanierung des Amtshauses und dem Bau des Anbaus arbeiten die Verwaltungsmitarbeiter in Bürocontainern auf dem Märkischen Platz. © Fischer-Bolz, Susanne

Die größte Lüge bei jedem Umzug ist: „Länger als zwei Stunden wird es nicht dauern.“ Doch solche Versprechungen gibt es gar nicht erst für die Amtshaus-Mitarbeiter in Nachrodt-Wiblingwerde. Und das hat seinen Grund.

Denn die Mitarbeiter sehen beim Blick aus dem Bürofenster derzeit, wie ihre „Container-Stadt“ auf dem Märkischen Platz wächst und eingerichtet wird. Die weißen Container hängen tatsächlich am Haken. Und es ist kompliziert und Millimeterarbeit, sie an Ort und Stelle zu positionieren. Erst lädt ein Kranwagen die „Boxen“ vom Zubringerfahrzeug auf ein Pendelfahrzeug, das anschließend auf den Märkischen Platz rollt und dort von einem zweiten Kranwagen entladen wird.

Nachdem seit Mai 2019 bereits die Mitarbeiter des Bauamtes, der Kämmerei, der Kasse und des Steueramtes in den nicht zu übersehenden blauen Containern neben dem Amtshaus arbeiten, ziehen nun auch ihre Kollegen vom Bürgerservice, Ordnungs-, Standes- und Personalamt aus dem alt-ehrwürdigen Verwaltungsgebäude ins rechteckige Ausweichquartier. Denn die Sanierung des denkmalgeschützten Amtshauses steht an.

Bürgermeisterin bekommt Container-Büro mit Besprechungsraum

Davon betroffen ist auch Bürgermeisterin Birgit Tupat, die im Container-Obergeschoss ein Büro samt Besprechungsraum bekommt. Der einzig wirkliche Unterschied zu den blauen Arbeitsboxen: Das Treppenhaus liegt diesmal innen.

„Man kann hier gut arbeiten“, macht Bauamtsleiterin Natascha Handschak ihren Kollegen Mut, die nun bald ihre Sachen packen müssen. Die Containerbüros sind vor allem praktisch ausgestattet. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Ist es draußen sehr warm, ist es drinnen kaum auszuhalten. Morgens einmal komplett durchlüften, alle Rollos ‘runterlassen: „Und doch muss man manchmal einfach die Klimaanlage nutzen“, sagt Natascha Handschak. Die Hoffnung ist, dass sich die 20 weißen Containern nicht so schnell aufheizen wie die blauen.

Container kosten 320.000 Euro

320 000 Euro haben die neuen Container der Firma ELA aus Haren gekostet, für die Tiefbauer Sigi Müller die Fundamentplatten gelegt hat. „Da wir nicht wissen, wie lange wir sie nutzen müssen, haben wir sie nicht gemietet, sondern gekauft. Erst, wenn das Amtshaus und der Anbau fertig sind, gibt es einen Umzug für alle zurück. Wir wollen also nicht häppchenweise zurückziehen“, erklärt Natascha Handschak die Strategie.

Bauamtsleiterin Natascha Handschak mit den Plänen für die Containeranlage. „Man kann ganz gut in den Containern arbeiten“, sagt sie.
Bauamtsleiterin Natascha Handschak mit den Plänen für die Containeranlage. „Man kann ganz gut in den Containern arbeiten“, sagt sie. © Fischer-Bolz, Susanne

Für die Sanierung des Amtshauses gibt es keine finanzielle Förderung. Anders beim Anbau. NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) hatte bei ihrem Besuch in der vergangenen Woche versprochen, dass der Bewilligungsbescheid in wenigen Tagen eintreffen wird. Danach wird es eine EU-weite Ausschreibung geben. „Das ganze Vorspiel wird sicher ein Jahr dauern, bis dann Handwerker gefunden werden können und wir anfangen“, vermutet die Bauamtsleiterin. Zeitnah dagegen startet die Sanierung des Amtshauses selbst. Beginnen möchte man mit der Dachfassade und den Fenstern. Da das Gebäude seit 1987 unter Denkmalschutz steht, werden alle Arbeiten auch mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe abgesprochen. Dass die beeindruckende Treppe, die geschwungen und steil in die oberen Etagen führt, erhalten bleibt, versteht sich von selbst. Früher, das war so gewollt, musste derjenige, der zur „Obrigkeit“ wollte, nach oben steigen und durfte auf halber Strecke auf Wartebänken verweilen.

Seit 1907 Sitz der Gemeindeverwaltung

Das Amtshaus wurde 1898 gebaut und ist seit 1907 Sitz der Gemeindeverwaltung. Heute ist es ein Gebäude mit baulichen Mängeln, die jetzt beseitigt werden sollen. Architekt ist Torsten Heumann, der auch bei der Sanierung der Grundschule Wiblingwerde alle Fäden in der Hand hält.

Umzugstermin für die letzen Amtshaus-Mitarbeiter in die neuen Container ist übrigens der 22. August. Die gesamte Technik wird schon zuvor, am 18. August, verlegt. Der Bürgerservice soll am 23. August wieder laufen, für Notfälle gibt es eine Kooperation mit der Stadt Altena.

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