Großprojekt für mehrere Millionen

Sanierung des Gartenbads: Angst vor langer Schließung 

Spannende Aufgabe: Abstoßen vom Beckenrand und dann im Wasser gleiten beim Schwimmkurs im Gartenhallenbad Nachrodt.
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Ein Bild aus unbeschwerten Zeiten: Ein bisschen Normalität gibt es jetzt aber auch wieder im Gartenhallenbad.

Für die Öffentlichkeit ist wenig zu sehen von der millionenschweren Sanierung des Gartenhallenbads in Nachrodt. Erste Arbeiten sollen in diesem Jahr erledigt werden. Eine große Sorge treibt Bürger und Trägerverein um.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es tut sich nichts. Oder? Im März vergangenen Jahres waren alle Nachrodter im Freudentaumel, bewilligte doch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung für die Sanierung des Gartenhallenbades 2,1 Millionen Euro. Doch seitdem ist für das öffentliche Empfinden wenig passiert.

Eine Tatsache, die SPD-Ratsherr Christian Pohlmann während der Sitzung des Rates besorgt anmerkte. „Nach meinem Kenntnisstand müssen wir eine halbe Million in diesem Jahr noch abrufen“, so Pohlmann, der sich nicht sicher ist, ob „unser kleines Bauamt all die Baumaßnahmen, die in der Gemeinde anstehen, schafft“.

Keine Angst vor Fördrrgeld-Verlust

Er schlug vor, einige Dinge fremdzuvergeben, was auch bereits getan wird. Ingenieur Holger Selve wurde als Projektleiter mit der Maßnahme Gartenhallenbad betraut, er übernimmt sozusagen die Bauherrenfunktion für die Gemeinde und wird versuchen, einen roten Faden zu spinnen, um das Großprojekt ans Laufen zu bringen.

Dass finanziell aufgrund der Verzögerung etwas anbrennt, dass Fördergelder nicht mehr fließen werden, glaubt Bürgermeisterin Birgit Tupat nicht. „Bei Förderprojekten hat Natascha Handschak ein genaues Auge darauf, was angefordert werden kann und muss“, ist sie optimistisch.

Erste Arbeiten bis zum Jahresende geplant

In einem gemeinsamen Gespräch mit Sabine Karisch, Vorsitzende des Trägervereins Gartenhallenbad, wurde mittlerweile ausgemacht, dass Maßnahmen, die ohne die Unterstützung von Ingenieurleistungen durchgeführt werden können, ausgeschrieben und durchgeführt werden. Derzeit werden notwendige Vergleichsangebote angefordert.

Zeitplan nicht absehbar

Es geht um die Sanierung des Heizungssystems, um Filterbehälter, um das Material zur Legionellen-Bekämpfung und um die Erneuerung von Aggregaten und Armaturen in der Schwimmbadtechnik – sozusagen Stepp 1 der Schwimmbad-Sanierung. „Das wollen wir in diesem Jahr noch umsetzen“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding.

Sodann gibt es eine Ausschreibung, um einen Architekten zu beauftragen. Einen Zeitplan, den sich alle wünschen, kann es im Moment noch nicht geben. Auch steht nicht fest, ob einige Dinge bei laufendem Betrieb saniert erden können, oder ob das Schwimmbad irgendwann mehrere Monate schließen muss.

Arbeiten sollen ineinandergreifen

Bei einer Schließung von fünf Monaten und länger befürchtet Christian Pohlmann, dass die Kursteilnehmer abwandern, „uns weglaufen.“ Im Moment, so erzählt er, könne man sich vor Anfragen kaum retten und es würden Kurse in Zeiten gelegt, wo früher das Familienbad terminiert gewesen sei.

„Die Arbeiten müssen ineinandergreifen“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding zur Sanierung und sieht in Holger Selve den richtigen Experten vor Ort. „Mit ihm haben wir auch bei der Sekundarschule gute Erfahrungen gemacht.“ Sabine Karisch ist indes hin- und hergerissen: „Ich freue mich, wenn es vorangeht, andererseits werden viele Bürger traurig sein.

Angst vor langer Schließung und Kundenverlust

Endlich laufen nach langer Zeit die Seepferdchen-Kurse wieder, die Präventions- und die Rehakurse. Auch die Schulen sind wieder da. Viele Bürger verstehen auch nicht, dass man nicht schon längst im Rahmen der Covid-Schließung angefangen hat. Aber wir als Verein sind nicht befugt, Aufträge zu erteilen. Das Gebäude gehört der Gemeinde.“

Wenn das Schwimmbad wieder länger geschlossen bleiben sollte, befürchtet auch die Vorsitzende des Trägervereins, dass die Kunden dem Bad den Rücken kehren werden und sich anderen Angeboten zuwenden. Doch das ist nicht Sabine Karisch einzige Sorge.

Gedanken über Kurzarbeit

„Unsere Mitarbeiter sind immer noch in Kurzarbeit, weil wir immer noch keinen Normalbetrieb aufgrund der Hygienebedingungen anbieten können, sondern nur Kurse.

Wenn das Bad aufgrund der Sanierung noch mal länger schließen muss, muss ich mit dem Arbeitsamt Kontakt aufnehmen. Wir brauchen dann weiter die Kurzarbeit, um unsere Leute zu halten. Die wandern sonst auch ab.“

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