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Sanierung der Grundschule Wiblingwerde: hochkomplex und spannend

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Mittlerweile haben im Rahmen der Sanierung auch die Tiefbauarbeiten begonnen.
Mittlerweile haben im Rahmen der Sanierung auch die Tiefbauarbeiten begonnen. © Fischer-Bolz, Susanne

Es ist kein Neubau auf einer grünen Wiese. Es ist eine Sanierung, die hochkomplex ist, bei der es plötzlich Überraschungen gibt, und die wahrlich nicht als alltägliches Projekt durchgeht.

Und genau deshalb ist die umfangreiche Erneuerung der Grundschule Wiblingwerde auch für Architekt Torsten Heumann etwas ganz Besonderes. Gestaunt hat er übrigens auch über zwei alte, verlassene, aber gewaltig große Wespennester, die man im ersten Obergeschoss im ehemaligen Lehrerzimmer hinter der Deckenverkleidung gefunden hat.

Der erste Stepp ist geschafft, die Schadstoffsanierung abgeschlossen. Die Gewerke geben sich jetzt ein Stelldichein – und jeden Dienstag findet eine Baubesprechung statt. „Was hier passiert, ist eine Mannschaftsleistung“, sagt Torsten Heumann.

Arbeiten unter Vollschutz

Vor Ort: Marvin Meid vom Sachverständigenbüro Richardson, das für die Schadstoffsanierung die Beprobung vorgenommen und die Durchführung, die die Firma Kluge übernahm, begleitet hat. Schadstoffe gab es doch einige – Asbest, PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) und KMF (Künstliche Mineralfasern). Gearbeitet wurde mit Schutzanzügen und unter hohen Sicherheitsbedingungen. „Pro Sanierungsbereich hatten wir eine Vier-Kammer-Schleuse“, erzählt Marvin Meid. Unter Vollschutz waren Arbeiten am Stück zwei Stunden möglich. Während der Entsorgung war das Betreten des Gebäudes verboten, die Bereiche hermetisch abgeriegelt. Zum Ende gab es abschnittsweise Raumluftmessungen, die Ergebnisse sind gut.

Sind zufrieden, wie die Sanierung läuft: (von links) Bauamtsleiter Dirk Röding, Architekt Timo Dittner, Bauunternehmer Martin Utsch, Marvin Meid vom Sachverständigenbüro Richardson, Bauingenieurin Simone Groß, Architekt Torsten Heumann und Karsten Rode vom Tiefbauunternehmen Kriesten.
Sind zufrieden, wie die Sanierung läuft: (von links) Bauamtsleiter Dirk Röding, Architekt Timo Dittner, Bauunternehmer Martin Utsch, Marvin Meid vom Sachverständigenbüro Richardson, Bauingenieurin Simone Groß, Architekt Torsten Heumann und Karsten Rode vom Tiefbauunternehmen Kriesten. © Fischer-Bolz, Susanne

„Wir haben dann mit den Elektro-, Heizung- und Sanitärarbeiten begonnen. Da ging es noch mal darum, die Installationen für die Abbrucharbeiten und die inneren Umbauarbeiten umzurüsten, die jetzt im nächsten Schritt erfolgen“, erklärt Torsten Heumann. Mit im Boot ist hierfür das Bauunternehmen von Martin Utsch, das auch draußen die Hochbauarbeiten für den Anbau übernimmt. Übrigens: Im Obergeschoss wurden Holzbalken-Decken vorgefunden. Ein Statiker wurde hinzugezogen, doch ein Dilemma gab es nicht. „Ein Stahlträger muss noch seitlich angedockt werden, aber nichts Schlimmes“, sagt Torsten Heumann.

Tiefbauarbeiten laufen

In der vergangenen Woche hat die Firma Kriesten mit den Tiefbauarbeiten begonnen – 50 Prozent des gesamten Gebäudes wird von außen freigeschachtet, um die Außenwände gegen Feuchtigkeit abzudichten und zu dämmen. Bislang waren die Kellerwände undicht. Zudem wird die Baugrube für den Anbau ausgeschachtet. „Dann werden wir uns Stück für Stück hocharbeiten und sind dann irgendwann am Dachstuhl angekommen“, so Torsten Heumann.

Vorsicht: Kabel überall.
Vorsicht: Kabel überall. © Fischer-Bolz, Susanne

Und es ist genau der Dachstuhl, der ihm ein bisschen Sorge bereitet. Die Hälfte des Dachstuhles, von vorn gesehen der linke Teil, wird nämlich komplett demontiert und neu errichtet. Man benötigt also sehr gutes Wetter, damit es nicht reinregnet. „Wir haben zwar eine Notabdichtung vorgesehen, aber das ist kein 100-prozentiger Schutz.“ Der rechte Teil des Daches ist erhaltenswert, wird überarbeitet und bekommt zudem eine Dachgaube.

Arbeiten dauern bis Sommer 2023

Die Sanierung der Schule wird bis vor den Sommerferien 2023 andauern. Stand heute liegt man knapp vor dem Bauzeitenplan. 40 Prozent der Bauleistungen sind bisher vergeben. Sorgen um explodierende Materialkosten und fehlende Unternehmer macht sich der Architekt erst einmal nicht. „Wir freuen uns über das, was wir erreicht haben, und kämpfen darum, dass alles, was vor uns liegt, klappt. Wir sind auf einem guten Weg.“

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