Sängerkreis leidet unter Mitgliederschwund

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Der Männergesangverein Frohsinn Nachrodt war am Samstag Gastgeber der Jahreshauptversammlung des Sängerkreises Lüdenscheid. Hier begrüßt der Vorsitzende Gunter Obstfeld (r.) die Delegierten der Vereine. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Eng wurde es am Samstag im Saal der Nachrodter Raststatt: Rund 150 Delegierte aus den Mitgliedschören des Sängerkreises Lüdenscheid waren aus dem ganzen Südkreis zur Jahreshauptversammlung erschienen.

Gastgeber waren die Sänger des MGV Frohsinn mit ihrem Chorleiter Heinrich Meinka. Neben der Bewirtung sorgten sie auch für den musikalischen Auftakt der Versammlung. Mit „Halleluja, sing ein Lied“ und „Rot sind die Rosen“ hatten sich die Sänger zwei echte Klassiker herausgesucht.

Geleitet wurde die Sitzung von Thorsten Potthoff, dem Vorsitzenden des Sängerkreises Lüdenscheid. Er freute sich besonders, den stellvertretenden Nachrodter Bürgermeister Michael Schlieck unter den Sängern begrüßen zu dürfen, auch wenn es unglückliche Umstände seien, die ihn zu der Versammlung führten. So schickte Potthoff an dieser Stelle Wünsche der Genesung an die amtierende Bürgermeisterin Beatrix Naujoks.

Die Gemeinde freue sich, betonte Michael Schlick, dass die Jahreshauptversammlung zum ersten Mal in Nachrodt stattfinde. Denn auch wenn Nachrodt die jüngste und kleinste Gemeinde des Kreises sei, habe sie viel zu bieten. Schlieck gab dem MGV Frohsinn Rückendeckung und lobte die Leistungen des Vereins: „Sie sind es, die zum Gelingen eines Festes beitragen. Über Jahrzehnte haben sie eine Super-Arbeit gemacht.“ Unter diesen Voraussetzungen, so Schlieck, sei es ihm nicht Bange um den Gesang in der Gemeinde.

67 Vereine sind dem Sängerkreis angeschlossen. Das macht rund 1800 Sänger, die sich in den Chören engagieren. Damit ist auch der Sängerkreis von rückläufigen Mitgliederzahlen betroffen. So zählte der Verband im vergangenen Jahr noch rund 100 Sänger mehr.

Als besonders erfolgreiche und gelungene Veranstaltungen im Jahr 2010 hob Potthoff die Lüdenscheider Veranstaltung „Jugend singt“ hervor, bei der 1000 Kinder aus Chören aus ganz NRW zusammen in der Schützenhalle gesungen hatten. Ebenfalls erwähnenswert sei die Kreuzfahrt im vergangenen Mai gewesen, die die Sänger anlässlich des 85-jährigen Bestehens ihres Kreises veranstalteten. Ein Nachtreffen habe allerdings bisher aus Termingründen nicht stattfinden können, das soll aber nachgeholt werden.

Für 2011 steht am nächsten Samstag das Beratungssingen auf dem Programm. Allerdings werde der MGV Frohsinn dieses Mal nicht daran teilnehmen, wie der erste Vorsitzende Gunter Obstfeld erklärte. Man habe beschlossen sich nur noch alle zwei Jahre der freiwilligen Kritik zu unterziehen. So sieht es auch die Empfehlung des Kreischorleiters Thomas Weidebach vor.

Im Herbst kommt der Sängerkreis nach Altena. Unter dem Thema „Singende, klingenden Burg“ planen die Aktiven für den 18. September ein Chorkonzert auf der Burg Altena. „Das ist ein ganz frischer Termin“, erklärte Thorsten Potthoff. Der Grund: Auch im Raum Altena machten sich Nachwuchsprobleme breit, so Potthoff. Mit dem Konzert unter der Schirmherrschaft von Landrat Thomas Gemke wolle man junge Sänger wieder für die Mitgliedschaft in einem Gesangsverein begeistern. Eigens zu diesem Anlass sollen sich die Altenaer Chöre zu einem gemeinsamen Projektchor zusammenschließen und Auftakt sowie Abschluss des Konzerts gestalten. Die restliche Umsetzung sollen Chöre aus dem Sängerkreis übernehmen. „Wir müssen wieder enger zusammenrücken“, erklärte Potthoff. Er wolle dem Nachwuchs Möglichkeiten aufzeigen und eventuell die Bildung eines Kinderchores anregen. ▪ ch

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