Sopranistin Hella Stiebing singt in der Christmette

Die Sopranistin Hella Stiebing singt sich zuhause für die Christmette warm, setzt sich dann mit dickem Schal ins Auto und fährt zu ihrem Auftritt in der Nachrodter Kirche.  Foto: Hornemann

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Wenn Hella Stiebing sich an Heiligabend zur Evangelischen Kirche Nachrodt aufmacht, dann nur dick eingemummelt in einen wärmenden Schal. Bevor sie sich ins Auto setzt, hat sie sich schon warm gesungen. Die Opperhusenerin ist Sopranistin und bringt den akustischen Glanz in die Christmette um 23 Uhr.

Erst seit zehn Jahren ist Hella Stiebing schon solo unterwegs, obwohl sie schon als kleines Kind eine schöne Singstimme hatte. Im Erwachsenenalter schulte sie die sowohl im Nachrodter Kirchenchor, als auch in der Lutherkantorei in Altena. Vom Singen in der Gemeinschaft hat die 64-Jährige sich aber mittlerweile verabschiedet, weil sie sich dem Solo-Gesang verstärkt widmen möchte. Dafür paukt sie sogar an der Sprachenschule Italienisch. Für die Interpretation der großen Meister ist das sehr hilfreich.

Auf dem Lesetisch liegt neben den Textaufgaben meistens auch immer eine Partitur. Händel und Bach, Cesar Franck und Schubert zählen zu den Lieblingskomponisten der Opperhusenerin. Steht eine Hochzeit an, dann wird ganz oft eine Interpretation des Ave Maria gebucht. Im Hinblick auf Weihnachten hat Hella Stiebing viel Literatur für das hohe christliche Fest vorbereitet, unter anderem Johann Sebastian Bachs „Bereite Dich, Zion“ und sein großes Weihnachtsoratorium. „Er weidet seine Herde“ aus Georg Friedrich Händels „Messias“ steht bei Hella Stiebing auch ganz hoch im Kurs zu dieser Zeit. Was in der Christmette zu hören sein wird, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden. „Ein kleiner Überraschungseffekt soll ja auch noch zünden“, sagt sie schmunzelnd. Nur der Kantor weiß Bescheid. Hella Stiebing mag die Vorbereitungen an der Kirchenorgel.

Damit ihre warme Stimme ihr volles Volumen voll ausbreiten kann, verzichtet die Sopranistin auf einen Nachtisch beim Festmenü. „Süßes, Kaffee und Tee sind vor einem Auftritt verboten“, erklärt sie. Kamillentee ist eine Ausnahme. Gegen den Durst gibt’s vorm Gesang nur stilles Wasser. Das hat ihre Gesangslehrerin ihr mit auf den Weg gegeben, zu der die 64-Jährige einmal pro Woche geht. Nicht allein mehr die Stimmschulung steht auf dem Programm: Hella Stiebing entwickelt sich mit der Interpretation neuer Stücke stetig weiter und kommt mittlerweile auch gut in die Alt-Stimme, um ihr Repertoire zu erweitern.

Traditionelle geistliche Literatur liegt nicht nur ihr, sondern gefällt vor allem ihrem Publikum. „Viele von den alten Stücken werden heute nicht mehr regulär im Gottesdienst gesungen. Wenn ich dann mal in der Kirche so etwas singe, dann freuen sich ganz besonders diejenigen, die damit noch aufgewachsen sind“, schildert Hella Stiebing Publikumsreaktionen. „Für die jungen Zuhörer ist das dann wiederum etwas Neues. Die mögen die alten Melodien aber auch.“

Modernem verschließt sich Hella Stiebing aber nicht. Wird sie zu Empfängen, Hochzeiten, Taufen oder Bestattungen gebucht, dann singt sie natürlich das, was der Auftraggeber wünscht. Auch Heiteres für bunte Liederabende hat Hella Stiebing im Repertoire. Sie selbst ist eine Frohnatur, die gern lacht. „Aber nicht zu laut, weil das nicht gut für die Stimmbänder ist...“

Natürlich kann die Sopranistin gebucht werden: Wer die Nummer 0 175/1 50 98 96 wählt, kann einen Termin absprechen und schon einmal der interessanten Sprechstimme von Hella Stiebing lauschen. Nur ihr Gesang, der spricht für sich selbst. - Ina Hornemann

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