SPD gewinnt in fast allen Wahlbezirken Stimmen dazu

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Viele bunte Zettel: Die Wahlhelfer hatten – wie hier im Wahlbezirk 5 – mit der Auszählung von Europawahl, Kreistagswahl, Landratswahl und Gemeinderatswahl alle Hände voll zu tun.

Nachrodt-Wiblingwerde - Das Strahlen im Gesicht von Susanne Jakoby wurde immer heller: Als am Sonntagabend nach und nach die Auszählungsergebnisse für die Ratswahl eintrafen, fiel ein Bezirk nach dem anderen an die SPD. Derweil wurden die Gesichter bei den CDU-Granden immer länger, denn für sie zeichnete sich schon früh eine Wahlpleite ab.

Die SPD holte acht von elf möglichen Direktmandaten, und durch das Losverfahren zwischen den Patt-Kandidaten Aykut Aggül (SPD) und Lars Wygoda (CDU) kann heute noch ein neuntes hinzukommen. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatten die Sozialdemokraten nur sechs Mandate direkt geholt und zwei weitere über die Reserveliste gewonnen. Die CDU dagegen kam diesmal nur auf zwei Direktmandate. Damit hätte sie die Anzahl von 2009 – sollte Wygoda kein Losglück haben – glatt halbiert. Ohne Direktmandat blieb diesmal die UWG. Deren Kandidatin Anne Klatt konnte den Erfolg, den Hans-Peter Joergens vor fünf Jahren im Wahlbezirk 5 erzielt hatte, nicht wiederholen. Von hohem Niveau gestartet (Joergens hatte 39,2 Prozent geholt), fiel Klatt auf 22,6 Prozent und hatte damit den größten Verlust aller UWG-Kandidaten zu verkraften.

Die SPD verbuchte in nahezu allen Stimmbezirken Zuwächse: zwischen 1,1 Prozent im Bezirk 9 (Grundschule Wiblingwerde, Christiane Lange) und 15,6 Prozent im Bezirk 3 (Alte Schule Obstfuhr, Kadir Kelpetin). Nur Matthias Lohmann musste im Wahlbezirk 10 (Evangelisches Gemeindehaus Wiblingwerde) leichte Einbußen von 3,5 Prozent hinnehmen, gewann den Bezirk aber trotzdem.

Die CDU holte in fünf Stimmbezirken weniger Stimmenanteile als vor fünf Jahren. Die stärksten Verluste hatte sie im Wahlbezirk 3 (Alte Schule Obstfuhr, Roderich Knipps) zu verbuchen, wo sie 8,2 Prozent weniger holte. In den übrigen sechs Bezirken gewannen die Christdemokraten zwischen 0,3 Prozent im Wahlbezirk 4 (Grundschule Nachrodt, Lars Wygoda) und 8,1 Prozent im Wahlbezirk 10 (Evangelisches Gemeindehaus Wiblingwerde, Sebastian Brinker) dazu.

Prozentuale Stimmenverluste musste die UWG in vier der elf Wahlbezirke hinnehmen. Am härtesten traf es Anne Klatt, die unter dem „Joergens-Effekt“ zu leiden hatte. Aber auch Heike Homann hatte im Wahlbezirk 11 (Veserde) bei ihrer ersten Kandidatur wenig Erfolg: Sie sackte um 11,4 Prozent ab. Den größten Zuwachs verzeichnete Walter Voß, der im Wahlbezirk 2 (Amtshaus) gegen die Fraktionsvorsitzenden Susanne Jakoby (SPD) und Peter Herbel (CDU) angetreten war und trotzdem 8,9 Prozent dazu gewann.

Das beste Wahlergebnis für die UWG holte jedoch deren Vorsitzende Sonja Hammerschmidt. Sie sicherte sich in Wahlbezirk 6 (Michaelskapelle) mit 29,8 Prozent noch vor dem CDU-Kandidaten Klaus-Dieter Jacobsen Platz zwei.

Das beste Wahlergebnis für die SPD fuhr Kadir Kelpetin ein: 52,7 Prozent holte der 33-Jährige im Wahlbezirk 3 (Alte Schule Obstfuhr), das waren 15,6 Prozent mehr als bei der Wahl 2009. Für die CDU holte deren Spitzenkandidat Michael Schlieck mit 47,6 Prozent im Wahlbezirk 8 (Walzwerke Einsal) das Top-Resultat. Er hatte sich gegenüber 2009 um 6,6 Prozent steigern können. Das dürfte seine Position in der CDU-Fraktion stärken.

Wahlverlierer im Gewinner-Team SPD war Ronny Sachse. Er holte mit 28,8 Prozent im Wahlbezirk 8 (Walzwerke Einsal) das schlechteste Ergebnis, obwohl er sich gegenüber 2009 um 3,3 Prozent steigern konnte. Von den CDU-Kandidaten schnitt Roderich Knipps (Wahlbezirk 3, Alte Schule Obstfuhr) am schlechtesten ab; er holte nur 27,3 Prozent, 8,2 Prozent weniger als Klaus-Dieter Jacobsen vor fünf Jahren. „Schlusslicht“ unter den UWG-Kandidaten war Eveline Tybussek, die im Wahlbezirk 1 (Hagener Straße 96) nicht über 6,3 Prozent hinaus kam. - Volker Griese

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