Neue Flüchtlingsbetreuerin

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Sabrina Lippert ist die neue Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde.

Nachrodt-Wiblingwerde - Sie tritt in große Fußstapfen. Und nach den ersten wenigen Tagen kann Sabrina Lippert wahrlich noch nicht sagen, dass sie angekommen ist. Nur im Büro, aber noch nicht bei den Menschen. Und es sind die Begegnungen, die den Beruf der Flüchtlingsbetreuerin ausmachen.

Die Nachfolgerin von Birgit Schulte-Pinto ist gerade dabei, die ersten Kontakte zu knüpfen. „Ich bin schon ein bisschen rumgefahren und habe mich vorgestellt“, schmunzelt die Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin, die sich in erster Linie um die aktuell 37 Flüchtlinge kümmern wird, die sich im laufenden Verfahren befinden.

Acht Flüchtlinge sind gerade ausreisepflichtig, 65 haben ein Bleiberecht und wohnen in der Gemeinde. Für die, die ein Bleiberecht haben, ist die Gemeinde eigentlich nicht mehr zuständig, doch sollen auch sie mit Sabrina Lippert eine Ansprechpartnerin finden, die sie unter anderem bei der Wohnungssuche und Behördengängen unterstützt. „Sozialarbeit umfasst ja alles, natürlich Wohnungssuche, Anträge stellen, aber auch Haushaltsführung erlernen oder Umgang mit den Nachbarn beispielsweise“, sagt die 33-Jährige, die ihren beruflichen Werdegang im SOS-Kinderdorf in Lüdenscheid begann.

 Nach der Elternzeit – Sabrina Lippert ist Mama von zwei Töchtern im Alter von drei und vier Jahren – hat sie als Sozialarbeiterin für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen bei der ALZ (Arbeit, Leben, Zukunft, eine Tochter der Diakonie) gearbeitet. Die Ausschreibung der Stelle kam für sie wie gerufen: „Ich habe mich beworben, weil ich es als spanendes Aufgabengebiet sehe und ich mich beruflich verändern wollte.“

Sprachbarrieren, die gibt es für eine Flüchtlingsbeauftragte immer. „Aber wir haben einen Flüchtling, der sieben Sprachen spricht. Wenn wir den anrufen, dann unterstützt er uns immer gern“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz, der froh ist, eine engagierte Frau für die wichtige Arbeit rund um die Flüchtlinge der Gemeinde gefunden zu haben. Sorge, mit den unterschiedlichen Gepflogenheiten und Mentalitäten eventuell Schwierigkeiten zu haben, oder als Frau bei einigen Kulturkreisen auf Ablehnung zu stoßen, hat Sabrina Lippert nicht. „Ich kann das, weil ich es gelernt habe“, sagt die Nachrodterin. „Ich denke, dass ich mich gut durchsetzen und meinen Standpunkt vertreten kann. Und in kritischen Fällen kann ich auf meine männlichen Kollegen zählen“, sagt die Nachrodterin.

Und Sebastian Putz ergänzt: „Natürlich ist es bekannt, dass in einigen Kulturkreisen die Frau einen anderen Stellenwert als der Mann hat. Aber wir klären das hier. Das Wort der Frau hat das gleiche Gewicht wie das Wort des Mannes. Die Menschen wollen Unterstützung. Und dann müssen sie sich damit arrangieren, dass die Unterstützung von einer Frau kommt. Und keiner der Kollegen wird eine andere Entscheidung treffen als Frau Lippert.“

Sabrina Lippert hat eine Halbtagsstelle, die auf zwei Jahre befristet ist. Kernarbeitszeiten sind montags bis mittwochs von 8.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags von 13 bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr. Das Diensttelefon von Vorgängerin Birgit Schulte-Pinto mit der eingerichteten Whatsapp-Gruppe für die Flüchtlinge hat Sabrina Lippert übernommen. Einen Kennlerntag gibt es nicht, aber beim Flüchtlingscafé am 6. Juli ist Sabrina Lippert auf jeden Fall dabei.

 Und auch beim Arbeitskreis Flüchtlinge, der am Montag tagte, hat sie sich vorgestellt. Einzelkämpfer auf weiter Flur möchte die neue Flüchtlingsbetreuern natürlich nicht sein. Ehrenamtliche Mitstreiter sind dringend wichtig. Als unschätzbar großen Wert bezeichnet Sebastian Putz das Engagement der Ehrenamtlichen.

Übrigens: Am 18. Juni kommen neue Flüchtlinge: ein Geschwisterpaar aus Syrien. Eine Unterkunft in Nachrodt gibt es schon. Aber Sabrina Lippert schleppt keine Möbel. Hausmeister und Baubetriebshof sind bei dieser Aufgabe mit im Boot. „Wichtig ist jetzt erst einmal das gegenseitige Kennenlernen.“

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