Ruhe vor stechenden und beißenden Plagegeistern

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Robert Zydek weiß, wie er sich gegen Schädlinge schützen und wie er sie bekämpfen oder vertreiben kann. Laien rät er hingegen insbesondere vom Kampf gegen Wespen ab. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Robert Zydek hat derzeit Ärger mit Ungeziefer, Insekten und Nagern. Oder besser gesagt: Die Vertreter dieser Gattungen haben Ärger mit ihm. Denn Zydek ist Schädlingsbekämpfer und hat mal wieder alle Hände voll zu tun. Denn sowohl Ameisen und Wespen als auch Marder beschäftigen ihn.

„Ameisen und Wespen haben jetzt Saison“, sagt Zydek. Und beide Insektenarten seien in der Lage, erhebliche Schäden anzurichten. So würden Ameisen ihre Nester gern in Altbauten anlegen. Dort sind sie häufig in Holzbalken zu finden, die sie durchaus erheblich beschädigen können. Daher sei das Vorhandensein von Ameisennestern ernst zu nehmen. In Neubauten findet man die Tiere häufig zwischen Außendämmung und Mauerwerk. Die Ameisen beschädigen dabei den Dämmstoff, so dass dieser im schlimmsten Fall erneuert werden muss. Auch unter dem Estrich lassen sie sich gern nieder und beschädigen auch hier das darunter liegende Styropor.

Den gefräßigen Ameisen begegnet Zydek mit einem Puder, das die Tiere aufnehmen und in‘s Nest tragen. Dieses wird nun durch die Giftstoffe zerstört. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, flüssige Insektizide anzuwenden, wenn sich das Nest unterhalb des Estriches befindet. Die Insektizide werden dann untergespritzt, dort zu gasförmigen Stoffen umgewandelt und töten die Tiere ab

. Ähnlich erfolgt die Bekämpfung von Wespen, wobei dies natürlich ungleich gefährlicher ist. „Es gibt verschiedene Wespenarten“, sagt Zydek. „Die eine ist weniger aggressiv, die andere mehr“. In diesem Zusammenhang nennt er die Deutsche Wespe. „Sie baut ihr Nest in den Boden“, weiß er. „Und der Nachteil für den Menschen dabei ist, dass er es nicht sieht“. In ein solches Nest zu treten, kann daher sehr gefährlich werden. Andere Wespenarten finde man bevorzugt unter Dachpfannen, in Rolladenkästen oder auch in Solaranlagen. „Wenn das Nest nicht größer als eine Faust ist, kann man versuchen, es selbst zu entfernen. Aber ich würde dringend davon abraten“, so Zydek. Denn niemand wisse genau, wie aggressiv das Wespenvolk ist, welches dieses Nest bewohnt.

Aufgrund der warmen und trockenen Witterungsbedingungen hätten sich die stechenden Insekten in diesem Jahr sehr stark vermehren können. Man sollte daher ein Auge auf vermehrtes Aufkommen der Wespen in der unmittelbaren Umgebung achten. Fliegen sie immer ein bestimmtes Ziel an, sollte man einen Fachmann zu Rate ziehen. Er kann auch Tipps geben, ob es sinnvoll ist, selbst tätig zu werden, oder ob ein solcher Einsatz zu gefährlich wäre.

Wespen werden ebenfalls mit Puder bekämpft, allerdings aus sicherer Entfernung. Arten, die nicht bekämpft werden dürfen – beispielsweise geschützte Wespenarten, aber auch Hornissen, Hummeln und Bienen – werden „umgesiedelt“. Die Insekten werden dann mit einem Spezialgerät in einen Karton gesaugt. Dieser wird dann verschlossen und an anderer Stelle wieder aufgestellt.

Und dann ist da noch die Geschichte mit den Mardern. Diese an sich recht possierlichen Tiere genießen jedoch keinen ganz so guten Ruf, weil sie dafür bekannt sind, Autokabel anzunagen. „Das machen die aber nicht, weil ihnen das Spaß macht“, weiß Zydek, „sondern eigentlich aus Wut.“ Zydek nennt ein Beispiel: „Stellen Sie sich vor, Ihr Fahrzeug steht geparkt an der Straße. Ein Marder kommt und macht es sich auf dem warmen Motorblock bequem. Dann passiert gar nichts. Er wärmt sich auf und verschwindet wieder.“ Dann könnte es sein, dass man mit seinem Fahrzeug in eine Gegend kommt, die schon von einem anderen Marder besetzt wurde. Der nimmt nun die Witterung des Rivalen auf und versucht, ihn am erneuten Eindringen in den Motorraum zu hindern. Und da fällt ihm halt nichts besseres ein, als die Kabel des Fahrzeuges zu demolieren. „Das ist ein reines Revierverhalten“, sagt Zydek. Wer zwischen die Fronten zweier rivalisierenden Marder geraten ist, hat also nicht viel zu lachen. Doch auch gegen Marder ist ein Kraut gewachsen – und Zydek kennt es. Die Tiere würden natürlich nicht getötet. „Wir verjagen sie mit Bitterstoffen oder fangen sie lebend.“ Werden sie erfolgreich verjagt, kehren sie in der Regel auch nicht mehr zurück. Werden sie gefangen, werden sie abtransportiert und in einer weiter entfernten Gegend wieder freigelassen. „Denen wird kein Haar gekrümmt“, versichert Zydek und schmunzelt: „Aber wir haben Mittel und Wege, dafür zu sorgen, dass sie nicht wiederkehren.“ ▪ hb

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