Kaysers kleine Farm - ein Ort zum Entspannen

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Rolf Kayser füttert seine Ziegen. Durch einen radikalen Schritt hat sich vor einigen Jahren die Arbeit erleichtert.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Eine bunte Gesellschaft tummelt sich im Steilhang zwischen Altenaer und Ehrenmalstraße. Der 59-jährige Rolf Kayser hat dort seiner Tierwelt ein liebevoll gestaltetes Refugium geschaffen – und sich selbst damit gleichzeitig einen Ort zum Entspannen nach geleistetem Tageswerk.

Ziegen, Hängebauchschweine, Hähne mit einer Schar an Hennen sowie Rassekaninchen haben dort, abgeschirmt vom Verkehr der Bundesstraße, ein gepflegtes zu Hause und fühlen sich sichtlich wohl auf ihrer kleinen Farm. Großvater Gustav Grüber und danach Vater Rudolf Kayser bereits pflegten das Hobby und so wuchs Rolf Kayser inmitten dieser Vielfalt auf und setzte die Tradition gern fort. „Zu meinen Glanzzeiten habe ich rund 100 Kaninchen gehalten, dazu an die 15 Ziegen und der Hühnerhof war – wie heute noch – immer gut gefüllt“, erzählt der gelernte Metzger rückblickend. Doch insbesondere im Frühjahr, wenn die kleinen Zicklein das Licht der Welt erblickten, kam reichlich Arbeit auf den Nachrodter zu. Inzwischen als Fertigungsprüfer in der Autoindustrie in den Schichtdienst gewechselt, sei es doch schon arg hart gewesen, morgens vor der Frühschicht den Lämmern noch die Flasche zu geben, weiß Kayser zu berichten. Da ließ er kurzerhand die beiden Böcke kastrieren und ab sofort hatten auch die zwei Mutterschafe mehr Freizeit und mussten sich, wie er selbst auch, nicht mehr um die Aufzucht der Zicklein kümmern.

Auch die Kaninchenzucht wurde erheblich reduziert. Heute verfügt Rolf Kayser über rund 15 Kaninchen; edle und gepflegte Deutsche beziehungsweise Rheinische Riesenschecken. Bei den Deutschen Riesenschecken gab es vor gut sechs Wochen Nachwuchs. Eine süß anzusehende kleine Familie hoppelt und tummelt sich derzeit im warmen Stall, Fremden gegenüber argwöhnisch behütet von der Mama.

Wenn sie nicht gerade auf dem rund 2500 Quadratmeter großen Wiesengelände nach Würmern suchen oder sich am selbst in diesem Winter frischen Gras sättigen, sitzen die knapp 50 Hennen auf ihren Nestern und legen am Tag rund 25 bis 30 Eier. „Wahre Bio-Eier“, meint der Mini-Farmer nicht ohne Stolz. Was die Familie Kayser nicht selbst verzehrt, nimmt der Hobbybauer mit zu seiner Arbeitsstelle in Meinerzhagen, wo die Kollegen freudige Abnehmer der Frisch-Eier sind.

Die illustre Gesellschaft wird ergänzt durch zwei Hängebauchschweine, die Kayser vor rund zehn Jahren als Ferkel aus dem Iserlohner Tierheim geholt hat und die jetzt in aller Seelenruhe zwischen Hahn und Hühnern, gemeinsam mit den Ziegen sommers wie winters den Steilhang abweiden.

Zwei Quellen sprudeln im Hang. Diese speisen einen Brunnen sowie zwei Teiche, die der 59-Jährige angelegt hat, damit sich seine tierischen Schützlinge an frischem Wasser laben können. Gezielt öffnet er bei Bedarf Zuleitungen vom unteren Teich und leitet das saubere Nass durch den Hühnerstall – eine perfekte Bodenwäsche ohne eigenes Zutun!

Rund eine Stunde täglich verbringt Rolf Kayser mit Füttern und Stall säubern. Für die Ziegen gibt’s bei Bedarf frisches Heu sowie Pellets aus getrockneter Zuckerrübe; letztere auch in eingeweichter Form für die Schweine. Diesen „serviert“ Kayser zudem eingeweichte Brot- und Brötchenreste. Die Kaninchen erhalten neben Heu auch Kartoffelschalen oder Gemüseblätter. Zu den Fütterungszeiten mischen sich auch Kaysers zwei Hunde unter die Runde, als neugierige Zuschauer und mit keinem Gedanken ans Beutemachen. Ein friedliches, entspanntes Tierparadies, abgeschirmt vom Verkehrslärm der Bundesstraße. - Ulrich Töpel

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