Riesiger Überstundenberg bei der Verwaltung

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Einen gewaltigen Überstundenberg schiebt man in der Gemeindeverwaltung vor sich her und immer mehr kommen laufend hinzu. Die Zahl von 1500 Überstunden wurde genannt. Betroffen sein soll dabei die Kernverwaltung. Das wurde auch jüngst den Kommunalpolitikern bekannt gegeben.

Zum Hintergrund: Der Arbeitsaufwand in der Verwaltung ist seit langem Thema. Es gab ein teuer bezahltes Organisationsgutachten des auf Kleinkommunen spezialisierten Kommunalberaters Sagemerten. Das hatte als Ergebnis unter anderem eben einen erhöhten Personalbedarf. Weitere Details aus dem Gutachten wurden bisher allerdings immer unter Verschluss gehalten.

Bemühungen der Politik, die Verwaltung durch Auslagerung von Aufgaben an benachbarte Kommunen zu entlasten und Geld zu soaren, haben offenbar (noch) nicht gegriffen. Und die Situation für die Verwaltung hat sich durch den langen krankheitsbedingten Ausfall der Bürgermeisterin nicht verbessert, ihre Arbeitskraft fehlt eben. Die Angelegenheit mit den vielen Überstunden hat die Verwaltung nicht an die große Glocke gehängt. Und der Personalrat Dirk Recker wollte sich auf Nachfrage öffentlich nicht dazu äußern, ließ aber durchblicken, dass er kurzfristig in Aktion treten werde.

Eine Entspannung der Situation ist offenbar noch nicht in Sicht. Über Zeitarbeitsfirmen eine befristete Lösung hinzubekommen, scheiterte offenbar und auch das Ausleihen von Verwaltungsfachleuten von anderen Kommunen habe sich bislang nicht als praktikabel erwiesen, hieß es aus der Verwaltung.

Lediglich die Zusammenarbeit der Ordnungsämter Altena und Nachrodt-Wiblingwerde hat zumindest für die Wochenenden zu einer Entlastung der im Ressort beschäftigten Mitarbeiter geführt.

Angesichts der schlechten finanziellen Situation der Gemeinde, hat sich die Mehrheit der Kommunalpolitiker bislang gescheut, der Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter zuzustimmen. Im Gegenteil, mittelfristig bis langfristig hofft man gar durch Schaffung interkommunale Organisationseinheiten, Kommunalverwaltungen in den Griff zu bekommen, derart dann Personal zu sparen, um eben so neuen finanziellen Spielraum zu gewinnen. - vdB

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