War es ein Hundebiss?

Nachrodter findet Reh mit tragischer Verletzung

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Karl-Heinz Tacke mit einem Bild der Ricke.

Nachrodt-Wiblingwerde - Welch ein Schock. Ein riesiger Tumor mitten im Gesicht. So eine tragische Verletzung musste Karl-Heinz Tacke in seinen 55 Jahren Jagdpraxis noch nie betrachten. Zwei Wochen versuchte der Nachrodter die Ricke zu beobachten – und erlöste sie dann von ihrem Leiden.

Das rechte Auge war bereits weggefressen und Maden hatten sich angesiedelt. „Zu Beginn der Blatt-Zeit saß ich auf einer Kanzel am Wildacker. Plötzlich trieb ein Rehbock eine Ricke auf den Wildacker und sofort wieder in die Dickung zurück“, erzählt Karl-Heinz Tacke.

Er traute seinen Augen nicht. Hatte er gerade so etwas wie einen riesigen Ballon am Haupt des Tieres gesehen? Der 81-Jährige postierte eine Wildkamera bei einer Salzlecke. „Nach drei Tagen hatte ich endlich die Ricke mit einem schwachen Kitz in Bildern festgehalten. Auf den Bildern war ein großer Tumor zu erkennen.“

Trotz weiterer Versuche, weiterer Ansitze, bekam Karl-Heinz Tacke das Reh nicht mehr zu Gesicht. „Ein Sommergewitter zog über uns hinweg und ich ging zu meiner Kanzel am Wildacker. Als die Sonne wieder durch die Wolken schaute, stand plötzlich die Ricke mit ihrem Kitz vor mir. Der Tumor war noch weiter gewachsen. Ich musste handeln.“

Karl-Heinz Tacke erlegte das Tier und das Kitz, das ohne die Führung seiner Mutter nicht hätte überleben können. „Dieser Abschuss war für mich wichtiger als jede Trophäe, Tierschutz hat bei der Hege und zu jeder Zeit oberste Priorität“, so Tacke, dem das Schicksal des Rehs unter die Haut gegangen ist.

Übrigens: Das Reh wurde nicht untersucht und auch nicht verwertet. Und so ist auch die Ursache des Tumors nicht bekannt – wahrscheinlich ist eine Verletzung vorausgegangen. Dass das Reh vor ein Auto gelaufen ist, hält Karl-Heinz Tacke für eher unwahrscheinlich. Ein Hundebiss wäre dagegen möglich.

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